09.03.2021, 15:05 Uhr

Siemens Gamesa erhält Großauftrag für spanisches Windpark-Cluster


© Siemens Gamesa

Zamudio, Spanien - Siemens Gamesa hat einen Vertrag für eins der bislang größten Onshore-Windpark-Cluster in Spanien unterzeichnet. Die Aktie des deutsch spanischen Windturbinen-Herstellers zieht deutlich an.

Der RENIXX-Konzern Siemens Gamesa hat mit dem spanischen Regenerativstrom-Versorger Elawan Energy einen Vertrag für einen seiner leistungsmäßig größten Onshore-Aufträge in Spanien unterzeichnet. Die Order umfasst die Errichtung von drei Windparks. Nach der Inbetriebnahme können rein rechnerisch mehr als 110.000 Haushalte mit dem erzeugten Strom versorgt werden.

Siemens Gamesa nutzt Fertigungskapazitäten und Zulieferbetriebe im Land

Siemens Gamesa hat einen Vertrag über die Lieferung der Turbinen für einen 150 Megawatt (MW) Windpark-Komplex in der Provinz Albacete in Kastilien-La Manche in Zentralspanien unterzeichnet. Kunde ist das auf die Entwicklung, Finanzierung, Errichtung und den Betrieb eigener erneuerbarer Kraftwerke weltweit spezialisierte spanische Unternehmen Elawan Energy. Siemens Gamesa wird 30 Windenergieanlagen (WEA) vom Typ SG 5.0-145 mit einer Leistung von jeweils 5 MW liefern.

Der Windpark-Komplex besteht aus den drei Windparks Fuente Álamo, Frontones und Derramador mit einer Leistung von jeweils 50 MW und soll Mitte 2022 in Betrieb genommen werden. Der Vertrag mit Elawan beinhaltet auch einen langfristigen Servicevertrag über einen Zeitraum von 20 Jahren.

Bei der Herstellung der Anlagen und Komponenten greift Siemens Gamesa insbesondere auf die Fertigungskapazitäten in Spanien zurück: Die 30 Gondeln werden im Siemens-Gamesa-Werk in Ágreda (Soria) montiert, die Getriebe werden in den Werken in Asteasu (Guipúzcoa), Lerma (Burgos) und der Stadt Burgos gefertigt, die elektrischen Komponenten in den Fabriken in Reinosa (Kantabrien), San Fernando de Henares (Madrid) und Benisanó (Valencia). Darüber hinaus profitieren auch die spanischen Siemens Gamesa-Zulieferbetriebe von dem Auftrag.

Marktanteil von Siemens Gamesa in Spanien bei über 50 Prozent

Siemens Gamesa hat derzeit rund 15.000 MW (15 GW) in ganz Spanien installiert. Gemessen an der installierten Windenergie-Gesamtleistung, die nach den Daten des spanischen Windenergieverbands (AEE) 27.500 MW (27,5 GW) liegt, entspricht das einem Siemens-Gamesa-Markt-Anteil von 53 Prozent. Der jetzige Auftrag stärkt auch die Position von Siemens Gamesa in der Region Kastilien-La Mancha. Der Windturbinen-Hersteller ist hier seit 1999 vertreten und hat ohne das jetzt von Elawan beauftragte 150 MW Projekt bislang Windenergieanlagen mit einer Leistung von 2.292 MW installiert und ans Netz angeschlossen.

Spanien verfolgt umfassende Ausbaupläne im Bereich der erneuerbaren Energien. Das von der Regierung für 2030 gesetzte Ziel ist es, 42 Prozent des Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu erreichen, gegenüber 20 Prozent im Jahr 2020. Der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix soll dabei bis 2030 auf 74 Prozent und bis 2050 auf 100 Prozent steigen. Zu den geplanten Maßnahmen zur Erreichung der spanischen Ausbauziele zählen neue Auktionen für erneuerbare Energien mit einem Umfang von 20.000 MW bis 2025, wovon die Hälfte auf Windenergie entfallen soll, so Siemens Gamesa.

Aktienkurs klettert

Die Aktie von Siemens Gamesa legt am heutigen Handelstag zu und steht aktuell mit einem Plus von 5,2 Prozent bei 29,35 Euro (12:56 Uhr, 09.03.2021, Börse Stuttgart). Damit notiert der Aktienkurs etwa 27 Prozent unter dem Jahreshoch von 40 Euro vom 08. Januar 2021. Auf Jahressicht liegt die Aktie aktuell bei einem Minus von etwa 10 Prozent.

Quelle: IWR Online

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