Deutschland steigert Gasimporte 2025 um 19 Prozent - Gasspeicherstände deutlich unter Vorjahresniveau - Versorgungslage stabil

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Bonn - Die Bundesnetzagentur hat die Gasmarktzahlen für 2025 veröffentlicht. Trotz eines leichten Anstiegs beim Verbrauch bleibt Deutschland insgesamt unter dem Niveau der Vorjahre. Besonders die Importe und Exporte von Gas zeigen deutliche Veränderungen, die Auswirkungen auf Versorgungssicherheit und Marktstrukturen haben.
Im Jahr 2025 verbrauchten Haushalte und Industrie 2,2 Prozent mehr Gas als im Vorjahr 2024. Die Gasimporte stiegen um 19 Prozent, während gleichzeitig die Exporte mehr als verdoppelt wurden. Obwohl die Füllstände unter dem langjährigen Mittel liegen, erfüllen die Gasspeicher laut BNetzA die europäischen Zielvorgaben. Die Regulierungsbehörde bewertet die Versorgungslage daher als stabil.
Leichter Anstieg beim Gasverbrauch - Haushalte und Industrie im Fokus
In Deutschland wurden im Jahr 2025 insgesamt 864 TWh Gas verbraucht. Das sind knapp 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr (845 TWh). Dabei entfielen rund 40 Prozent auf Haushalte und Gewerbe, während die Industrie 60 Prozent des Verbrauchs ausmachte. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021 liegt der Verbrauch allerdings immer noch 13,5 Prozent darunter.
Einfluss auf den Gasverbrauch haben auch die Temperaturen. Die mittlere Jahrestemperatur lag bei 10,0 Grad und damit auf dem Niveau der Jahre 2018 bis 2021. Der Februar 2025 war 0,8 Grad wärmer, während Oktober und November jeweils um rund 0,5 bzw. 0,3 Grad kälter ausfielen.
Gasimporte steigen, Exporte verdoppeln sich
Im Jahr 2025 lieferten inländische Förderstätten 34 TWh Gas, was leicht unter dem Vorjahreswert von 36 TWh liegt. Hinzu kommen Gasbeiträge aus anderen Quellen, vor allem aus der Biogasproduktion. Insgesamt bleibt Deutschland trotz eigener Förderungen allerdings weiterhin stark auf Importe angewiesen.
So stiegen die deutschen Gasimporte 2025 um 19 Prozent auf 1.031 TWh nach 864 TWh im Vorjahr. Wichtigste Lieferanten waren Norwegen (44 Prozent), die Niederlande (24 Prozent) und Belgien (21 Prozent). LNG-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Mukran trugen 106 TWh bei, also 10,3 Prozent der gesamten Importe.
Parallel wurden 221 TWh Gas exportiert, mehr als doppelt so viel wie 2024 (89 TWh). Die wichtigsten Abnehmerländer waren Österreich (46 Prozent), Tschechien (26 Prozent) und die Schweiz (13 Prozent).
Speicherfüllstände in angemessenem Rahmen
Bei den Gasspeichern erreichte Deutschland zum 1. November die Zielvorgaben der Gasspeicherfüllstandsverordnung: 80 Prozent für alle Speicheranlagen (Regelfall) und 45 Prozent für die Anlagen in Bad Lauchstädt, Frankenthal, Hähnlein, Rehden, Stockstadt und Uelsen. Über alle Speicher betrachtet lag der Füllstand bei 70 Prozent, ausreichend nach europäischen Vorgaben.
Seit August 2025 lagen die Speicherfüllstände unter dem langjährigen Mittel von 2018 bis 2021. Allerdings habe sich in den letzten Jahren die Versorgungslage aufgrund unterschiedlicher Importmöglichkeiten und veränderter Gasflüsse gewandelt. Dies erlaube veränderte Absicherungsstrategien von Händlern und Versorgern, so die BNetzA.
Seit dem 15. November wird überwiegend ausgespeichert, aktuell sind die Speicher zu 47 Prozent gefüllt. Der Füllstand zu Beginn des neuen Jahres liege zwar deutlich unter dem Stand des Vorjahres, aber vor dem Hintergrund der veränderten Markt- und Flusssituation in einem angemessenen Rahmen, so die Einschätzung der Bundesnetzagentur.
Quelle: IWR Online
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