Deutschland erlebt ungewöhnlich frühe und lange Hitzewelle – DWD warnt vor extremer Wärmebelastung

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Offenbach – Deutschland erlebt aktuell eine außergewöhnlich frühe Hitzewelle. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt seit dem 18. Juni vor starker bis extremer Wärmebelastung. Mit voraussichtlich zwölf Tagen gehört die aktuelle Warnperiode zu den längsten seit Einführung des Hitzewarnsystems im Jahr 2005 – so früh im Jahr wurde eine vergleichbar lange Hitzewarnphase bislang noch nicht registriert.
Die Hitzewelle ist Teil eines großräumigen europäischen Hitzeereignisses und wird durch ein stabiles Hochdruckgebiet bestimmt. Besonders betroffen sind der Westen, Südwesten und die Mitte Deutschlands. Nach aktueller Prognose bleiben die warnwürdigen Bedingungen bis Anfang kommender Woche bestehen. Am Wochenende wird der Höhepunkt mit Temperaturen von 35 Grad Celsius bis örtlich über 40 Grad Celsius erwartet.
Klimawandel verstärkt Dauer und Intensität von Hitzewellen
„Die aktuelle Hitzewelle ist nicht nur durch ihre Länge und das frühe Auftreten im Sommer außergewöhnlich, für uns Menschen ist auch die Hitzebelastung ungewöhnlich hoch“, sagte Tobias Fuchs, DWD-Vorstand Klima und Umwelt. Hitzewellen würden im Zuge des Klimawandels heißer und länger andauern. „Wir müssen uns für die Zukunft auf weitere Zunahmen vorbereiten“, so Fuchs.
Der DWD weist darauf hin, dass Hitzewellen mit starker oder extremer Wärmebelastung üblicherweise erst im Hochsommer auftreten. Die bislang längste zusammenhängende Warnperiode seit Beginn des Systems wurde 2018 mit 18 Tagen von Ende Juli bis Anfang August registriert.
Gefühlte Temperatur bestimmt die Hitzewarnungen
Für die Bewertung der gesundheitlichen Belastung betrachtet der DWD nicht nur die gemessene Lufttemperatur. Entscheidend ist die sogenannte Gefühlte Temperatur, die zusätzlich Luftfeuchtigkeit, Wind, Sonneneinstrahlung und die nächtliche Wärmebelastung berücksichtigt.
In der aktuellen Wetterlage wird der DWD voraussichtlich für mehrere Regionen an zehn von zwölf Tagen vor extremer Wärmebelastung warnen. Die Stufe 2 gilt ab einer Gefühlten Temperatur von 38 Grad Celsius. Besonders belastend wirken schwüle Bedingungen, da der Körper Wärme schlechter abgeben kann.
Städte speichern Hitze besonders lange
Die Wärmebelastung ist in Städten deutlich höher als im Umland. Versiegelte Flächen speichern tagsüber Energie, während fehlende Verdunstung und zusätzliche Wärmequellen die Abkühlung erschweren. Besonders nachts bleiben die Temperaturen erhöht.
Beispielsweise wurde in München in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni eine Differenz von mehr als sechs Grad Celsius zwischen Stadt und Umland gemessen. Während die Stadtklimastation eine Tiefsttemperatur von 21,5 Grad Celsius registrierte, blieb das Umland deutlich kühler.
Hitze belastet Gesundheit und Infrastruktur
Mit seinen Warnungen unterstützt der DWD nicht nur den individuellen Gesundheitsschutz, sondern auch kommunale Hitzeaktionspläne und Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Gruppen sowie kritischer Infrastruktur.
Zu den empfohlenen Schutzmaßnahmen zählen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, die Vermeidung körperlicher Belastungen in den heißesten Tagesstunden sowie der Aufenthalt in kühlen oder schattigen Bereichen.
Aktuelle Informationen zur Entwicklung der Hitzewelle und regionale Warnungen stellt der DWD über seine WarnWetter-App, das Hitzewarnsystem und das Naturgefahrenportal bereit.
Quelle: IWR Online
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