23.02.2026, 16:19 Uhr

8Energies, Enspired und Goldbeck Solar präsentieren Whitepaper: Wie Speicherlösungen die Wirtschaftlichkeit von Solarparks steigern


© 8energies GmbH

Berlin / Wien / Hirschberg - Angesichts sinkender Erlöse im Solarstrommarkt haben die Unternehmen 8Energies, Enspired und Goldbeck Solar ein gemeinsames Whitepaper zur Wirtschaftlichkeit von sogenannten grauen Batteriespeichern (BESS) an Photovoltaikstandorten veröffentlicht.

Das Papier beschreibt einen skalierbaren Ansatz für die Integration von Batteriespeichern an bestehenden und neuen PV-Anlagen mit geteiltem Netzanschlusspunkt (Co-Location). Ziel ist es, die Rentabilität von Solarportfolios trotz steigender Marktvolatilität und sinkender solarer Erlöse langfristig zu sichern.

Solarstrom: Marktumfeld mit steigendem Druck

Nach Angaben der Autoren ist die Branche mit strukturellen Veränderungen konfrontiert: Die sogenannte solare Capture Rate ist von rund 80 Prozent (2023) auf unter 58 Prozent (2025) gesunken. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der Stunden mit negativen Strompreisen nahezu verdoppelt.

Diese Entwicklungen führen zu sinkenden Vermarktungserlösen und verstärken den wirtschaftlichen Druck auf reine PV-Modelle. Mit der Kombination aus PV-Anlage und Batteriespeicher an einem gemeinsamen Netzanschluss setzen die Unternehmen auf eine Optimierung der bestehenden Infrastruktur.

Cable Pooling: Wirtschaftliche und technische Synergien

Über Modelle wie Cable Pooling können Infrastrukturkosten geteilt und dadurch die Investitionskosten reduziert werden. Laut Whitepaper kann sich dadurch die Eigenkapitalrendite (IRR) bei Neuanlagen um rund 29 Prozent verbessern. Bei Bestandsanlagen sind, abhängig von Gebührenmodellen und struktureller Ausgestaltung, IRR-Steigerungen von bis zu 24 Prozent möglich.

Im Zentrum des Konzepts steht eine sogenannte Joint Optimization: Mithilfe KI-basierter Steuerungsalgorithmen wird die PV-Einspeisung nur dann reduziert, wenn die Markterlöse des Batteriespeichers beispielsweise durch Regelenergie oder Arbitrage die entgangenen Solarerlöse übersteigen.

Nach Unternehmensangaben liegen die Erlöseinbußen des Speichers durch die gemeinsame Netznutzung bei intelligenter Steuerung bei lediglich etwa 4 Prozent.

Technische Umsetzung durch Goldbeck Solar

Goldbeck Solar übernimmt dabei die technische Integration der Systeme. Ein Single-Primary-Regelungskonzept koordiniert die Steuerung der Assets am Netzanschlusspunkt unter Einhaltung regulatorischer Vorgaben, unter anderem gemäß Paragraph 118 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG).

Nach Einschätzung der Partner transformiert das Modell den Netzanschluss von einem statischen Kostenfaktor zu einem aktiven Renditehebel und soll den Ausbau von Batteriespeichern in Europa beschleunigen.

Quelle: IWR Online

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