05.07.2012, 10:23 Uhr

Agentur für Erneuerbare Energien zum Netzausbau: Netzbetreiber sind am Zug

Berlin - In die deutschen Stromnetze wurde nach der Liberalisierung des Strommarktes 1998 viele Jahre lang zu wenig investiert. Dies erklärte die Agentur für Erneuerbare Energien in Berlin und fordert, dass der entstandene Modernisierungsstau endlich aufgelöst werden müsse. Als Vorteil erweise sich, dass das Netz nun auf das erneuerbare Energiesystem der Zukunft vorbereitet werden kann. Die Netzbetreiber seien nun am Zuge, die Investitionen in ihre Infrastruktur in Angriff zu nehmen. Anreize würden angesichts einer Rendite von mehr als neun Prozent bestehen, so die Agentur. Die Netzinvestitionen seien in der Betrachtung seit 1993, als rund 4 Mrd. Euro investiert wurden, bis 2003 auf nur noch 1,7 Mrd. Euro stetig gesunken. Erst seit 2003 nehmen die Netzinvestitionen wieder zu und haben in 2011 mit 3,6 Mrd. Euro wieder das Niveau von 1995 erreicht.

Kein Missbrauch des Themas Netzausbau

"Dass die Erneuerbaren Energien den Modernisierungsbedarf in den Stromnetzen beschleunigen, ist unstrittig. Die Erneuerbaren Energien sind ein wichtiger Treiber für die Anpassung der Netzinfrastruktur. Gerne vergessen wird dabei allerdings, dass schon vor der Energiewende von 2011 erheblicher Investitionsbedarf bestand", erinnert der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Philipp Vohrer. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) habe auf besonders stark beanspruchte Leitungen – so zwischen Bayern und Thüringen oder zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen – hingewiesen und den künftigen Netzausbaubedarf aufgezeigt. „Bestehende Engpässe im Netz dürfen nicht so gravierend werden, dass sie die Ausbaudynamik bei den Erneuerbaren Energien gefährden. Bisher ist dies auch noch nicht der Fall“, betont Vohrer. Das wichtige Thema des Netzausbaus dürfe nicht missbraucht werden, um den forcierten Ausbau der Erneuerbaren Energien auszubremsen, warnt der AEE-Geschäftsführer.

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