20.03.2014, 10:58 Uhr

Auftrag für Younicos & Co.: Terna plant Stromspeicher auf Sardinien und Sizilien

Berlin – Das deutsche Unternehmen Younicos hat bei einem Ausschreibungsverfahren den Auftrag für einen Stromspeicher auf Sardinien erhalten.

Zusammen mit seinen Partnern Samsung und Green Utility wird das Berliner Unternehmen, das auf die Netzintegration erneuerbarer Energien spezialisiert ist, einen Hochleistungsspeicher mit einem Megawatt (MW) / einer Megawattstunde (MWh) liefern. Mit dem Stromspeicher will der italienische Netzbetreiber Terna die Stabilität des Stromnetzes Sardiniens sichern. Terna plant bereits weitere Speicher mit einer Leistung von 24 Megawatt (MW) für die italienischen Hauptinseln Sardinien und Sizilien.

Projektpartner liefern Speicherlabor für Sardinien

Gemeinsam mit dem Batterie-Hersteller Samsung SDI und dem Projektmanager Green Utility wird das Berliner Unternehmen Younicos das voll-automatisierte Speicherlabor mit Lithium-Ionen-Batterien in das bestehende Inselnetz Sardiniens integrieren. Der Speicher soll so für zusätzliche Stabilität im Netz sorgen. Younicos-Technikvorstand Clemens Triebel: „Mit unserer intelligenten Software und unserer Erfahrung in der Frequenzregelung und im Batteriemanagement können wir zeigen, wie heute bereits industriell verfügbare Batterien wirtschaftlich in bestehende Netze integriert werden können.“ Younicos stabilisiert mit den Batterien im firmeneigenen Technologiezentrum bereits seit 2012 erfolgreich die ostdeutsche Regelzone von „50 Hertz“ und baut derzeit Lithium-Ionen-Batterieparks in Schwerin und Großbritannien.

Italien: Viel Strom aus Wind und PV

In Italien steuern Wind- und Sonnenenergie mit derzeit über 25.000 MW installierter Leistung etwa 15 Prozent zur Stromerzeugung bei. Die beiden Hauptinseln Sardinien und Sizilien decken sogar rund 30 Prozent ihrer Stromproduktion mit Strom aus Wind und Sonne. Dieser hohe Anteil an erneuerbaren Energien wird nach Darstellung von Younicos für die Inselnetze dann zur Herausforderung, wenn diese vom gesamtitalienischen Netz abgekoppelt werden. Dann könne es zu Frequenzschwankungen kommen, die deutlich schwerer zu beherrschen seien.

Weitere Aufträge für Younicos?

Der Netzbetreiber Terna investiert deshalb stark in den Ausbau einer Speicherinfrastruktur auf den italienischen Hauptinseln. Dazu sollen zunächst unterschiedliche Speichertechnologien evaluiert werden. Nach erfolgreichem Abschluss des Speicherlabors, das von den Partnern Younicos, Samsung und Green Utility errichtet wird, will Terna Aufträge für weitere Lithium-Ionen-Speicher für die Netze auf Sardinien und Sizilien vergeben. Die Projektpartner rund um Younicos haben bereits eine Option auf die Lieferung eines weiteren Systems derselben Größe erhalten.

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