12.02.2007, 10:48 Uhr

Bauernverband: Bioenergie hilft Landwirten – Nutzungskonflikte sind auszuschließen

Hamburg - Die zunehmende Produktion nachwachsender Rohstoffe für den Energiebereich verbessert nach Angaben des Bauernverbandes die Lage der Landwirte. „Der weltweite Wettbewerb zwischen Food und Non-Food verbessert die Marktposition der Bauern insgesamt. Die neuen Energien stärken das Unternehmertum in der Landwirtschaft“, so der Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner gegenüber der „Financial Times Deutschland“. Die Produktion nachwachsender Rohstoffe werde zunehmend als Alternative zum Nahrungsmittelanbau genutzt. Doch dürften die Nahrungsmittel- und Energieerzeugung nicht in eine Konkurrenzsituation gebracht werden.
„Für die Landwirtschaft sind beide Bereiche von großer Bedeutung“, erklärte auch der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, auf dem Kreisbauerntag Dessau am 8. Februar 2007. Es müsse ein fairer Wettbewerb und eine nachhaltige Entwicklung der Bioenergie gelingen. Wenn aber bereits eine etwas schwierige innerlandwirtschaftliche Wettbewerbssituation zwischen Kuhpansen und eisernem Pansen der Biogasanlage entstanden sei, müsse dies auf den Prüfstand.
Die Agrarreform von 2003, bei der die Ausgleichszahlungen von der produzierten Menge entkoppelt wurde, habe die Freiheit der Landwirte erhöht, so Gerd Sonnleitner weiter. Allerdings sei die Landwirtschaft auch auf dem Energiesektor auf Subventionen bei den Steuern oder beim Strompreis angewiesen. Sonnleitner mahnte deshalb Verlässlichkeit der Politik an und kritisierte die Entscheidung des Bundestages, nach der seit Januar fünf Prozent Biodiesel dem normalen Diesel beigemischt werden müssen.
Der Verbandschef sieht in der Energieerzeugung einen großen Zukunftsmarkt. Die Anbaufläche für nachwachsende Rohstoffe könne von 1,6 Mio. Hektar 2006 „auf künftig vier Mio. Hektar steigen“. Ein großes Potenzial ergebe sich, wenn die nächste Generation von Biokraftstoffen, die Biomasseliquide, rentabel werde. Bei solchen Kraftstoffen kann die ganze Pflanze verwendet werden und nicht nur die Frucht wie bei Diesel aus Raps oder Ethanol aus Zucker.
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Quelle: iwr/12.02.07/