27.04.2007, 15:56 Uhr

BEE zu Regierungserklärung Klimaschutz: Erneuerbaren Energien können mehr

Berlin - Die Branche der Erneuerbaren Energien begrüßt die klaren Aussagen von Bundesumweltminister Gabriel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien im Rahmen der heutigen Regierungserklärung zum Klimaschutz. Schon heute lieferten Erneuerbare Energien den größten Beitrag zur jährlichen Minderung von CO2-Emissionen in Deutschland. Erneuerbare Energien und Energieeffizienz seien die mit Abstand kostengünstigsten Wege, die Klimaerwärmung zu begrenzen, so Milan Nitzschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE). Gleichzeitig stelle der Ausbau Erneuerbarer Energien ein gewaltiges wirtschaftliches Potenzial dar. In diesem Jahr investiere die Branche 12 Mrd. Euro in Deutschland. Gleichzeitig betrage das Exportvolumen bereits 8,5 Mrd. Euro. Inzwischen hätten die Erneuerbaren Energien etwa eine Viertelmillion Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen.
Die Ziele, die Umweltminister Gabriel in der Regierungserklärung heute genannt hat, seien aber noch sehr konservativ errechnet worden. Nitzschke: "Erneuerbare können mehr! Das Potenzial der Erneuerbaren Energien ist noch deutlich größer als die Bundesregierung es in ihrem Acht-Punkte-Plan darstellt." Bis zum Jahr 2020 könnten nach Berechnungen des BEE über 35 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden. Im Wärmebereich sei es technisch und wirtschaftlich problemlos möglich, einen Erneuerbaren-Energien-Anteil von 20 Prozent zu erreichen. Insgesamt könnten Strom, Wärme und Kraftstoffe aus Erneuerbaren Energien bis 2020 etwa 150 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich vermeiden – das entspricht mehr als der Hälfte der für das 40-Prozent-Minderungsziel erforderlichen 270 Millionen Tonnen.
Skeptisch bewertet der BEE die Aussagen in der Regierungserklärung zum Wärmegesetz für Erneuerbare Energien. Nitzschke: "Wir brauchen dringend ein effizientes Instrument, um Erneuerbare Energien im Wärmebereich und damit den massiven Ersatz von Öl und Gas zu fördern. Bedingung dafür sind stabile rechtliche Rahmenbedingungen, die Investitionen in kleinere Hausanlagen ebenso ermöglichen wie in Großanlagen und Nahwärmenetze." Erfasst werden müsse vor allem der Gebäudebestand, ebenso im Mietwohnbereich wie im Eigentum, ebenso im ländlichen Raum, wie in urbanen Strukturen. Maßnahmen, die vor allem auf Neubauten abzielten seien zwar zu begrüßen, griffen aber deutlich zu kurz, um das gewaltige Potenzial der Regenerativ-Wärme zu erschließen.
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Quelle: iwr/26.04.07/