02.10.2019, 09:32 Uhr

Börsen-Strompreise ziehen im September 2019 wieder an


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Münster - Grund- und Spitzenlaststrom sind im September 2019 in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und in Österreich wieder teurer geworden. Eine Ausnahme bildet lediglich Deutschland, hier ist der Preis für Grundlaststrom gesunken.

Nachdem die Börsenstrompreise im August auf breiter Front gesunken sind, hat sich der Trend im September 2019 wieder gedreht. Im Vergleich mit den Nachbarländern ist Grundlaststrom am Spotmarkt (Day-Ahead-Handel) im September 2019 nur in Deutschland günstiger. Spitzenlaststrom wird in allen Ländern teurer. Am Terminmarkt stagniert der Strompreis für die Lieferung im Folgejahr.

Spotmarkt: Nur in Deutschland sinkt der Strompreis

Der mittlere Strompreis zur kurzfristigen Lieferung von Grundlaststrom in Deutschland (Day-Ahead-Handel) liegt im September 2019 an der Strombörse Epex Spot bei 3,58 Cent pro Kilowattstunde (Cent / kWh). Im Vergleich zum Vormonat ist das ein Rückgang um 3 Prozent (August 2019: 3,69 Cent/kWh). Grundlaststrom in Frankreich kostet im September 3,55 Cent / kWh (+ 6 Prozent, August 2019: 3,34 Cent / kWh), in der Schweiz 3,74 Cent / kWh (+ 11 Prozent, August 2019: 3,39 Cent / kWh). In Österreich zieht der Strompreis minimal auf 3,8 Cent / kWh an (+ 1 Prozent, August 2019: 3,77 Cent / kWh). Strom ist damit im September in Frankreich und Deutschland am günstigsten. Zudem ist Deutschland im Vergleich mit den Nachbarländern das einzige Land, in dem Grundlaststrom im September billiger geworden ist.

Spitzenlaststrom wird im September 2019 teurer

Beim Spitzenlaststrom zieht der Preis im September 2019 in allen Ländern an. Am geringsten ist der Preisanstieg mit 3 Prozent auf 3,76 Cent / kWh in Deutschland (August 2019: 3,66 Cent / kWh). Damit ist Spitzenlaststrom im Vergleich mit den Nachbarländern im September in Deutschland auch am günstigsten. Deutlicher ist der Preisanstieg in Frankreich mit + 11 Prozent auf 3,83 Cent / kWh (August 2019: 3,47 Cent / kWh) und der Schweiz mit + 14 Prozent auf 3,94 Cent / kWh (August 2019: 3,46 Cent / kWh). Am teuersten ist Spitzenlaststrom mit 4,07 Cent / kWh in Österreich (+ 6 Prozent, August: 3,83 Cent / kWh).

Terminmarkt: Strompreis im September auf Niveau des Vormonats

Am Terminmarkt bleibt der Strompreis für die Lieferung von Grundlaststrom im Folgejahr (Jahresfuture) 2020 im September 2019 unverändert. Mit 4,913 Cent/kWh bewegt sich der Strompreis für das Lieferjahr 2020 im September auf dem Niveau des Vormonats (4,918 Cent / kWh).

An der Strombörse werden schon heute nicht nur Stromkontrakte für das nächste Jahr 2020, sondern auch für die Jahre 2021 bis 2023 gehandelt. Für das Lieferjahr 2023, das erste Jahr nach der kompletten Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke, liegt der aktuelle Preis für Grundlaststrom bei 5,23 Cent / kWh (Vormonat August: 5,24 Cent/kWh). Damit ist der Strom für das Jahr 2023 aktuell fast genauso teuer wie 2007 für das Lieferjahr 2008.

Über den Termin- und Spotmarkt an der Strombörse

Am Spotmarkt der Strombörse werden kurzfristige Stromkontingente gehandelt (selbiger Tag = Intraday, für den nächsten Tag = Day-Ahead). Am Terminmarkt werden dagegen längerfristige Stromeinkäufe getätigt. Stromhändler und Großabnehmer können dort Strom zur Lieferung in den nächsten Jahren einkaufen. Die Preise am Spotmarkt sind entscheidend für die Strommarkterlöse des grau-neutralisierten EEG-Grünstroms und die Höhe der EEG-Umlage.

Quelle: IWR Online

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