21.11.2011, 11:48 Uhr

Brandenburg gewinnt Geothermie-Ranking vor Bayern und NRW

Freiberg - Zum zweiten Mal hat die erdwärmeLIGA das Bundesland mit der größten neu installierten Erdwärmeleistung pro Einwohner ausgezeichnet. Spitzenreiter ist demnach weiterhin Brandenburg, Nordrhein-Westfalen machte dagegen im Jahr 2010 beim Zubau im Bereich der oberflächennahen Geothermienutzung die größten Fortschritte. Brandenburg führt das Ranking wie schon im Vorjahr an. Auf dem zweiten Platz der Rangliste zur Neuinstallation von Erdwärmeheizungen folgt ebenfalls unverändert Bayern. Neu unter den Top 3 ist hingegen Nordrhein-Westfalen (NRW), welches Schleswig-Holstein (202 Punkte) auf den vierten Rang verdrängt. Für das Ranking wird die im vergangenen Jahr installierte Erdwärme-Leistung in Kilowatt pro 100.000 Einwohner herangezogen. Daher liegt Brandenburg vorne, obwohl mit 915 Anlagen und einer Leistung von 7.483 kW in absoluten Zahlen deutlich weniger Systeme zur Erdwärmenutzung installiert wurden als in Bayern mit 3.080 Anlagen und 32.052 kW sowie in NRW mit 3.572 Anlagen und 38.926 kW.

Die Auszeichnungen für den Sieger der erdwärmeLIGA sowie für den Aufsteiger des Jahres wurden im Rahmen der Eröffnung des Geothermiekongresses DGK2011 vergeben. Dr. Günter Hälsig, Leiter der Abteilung Umwelt, Klimaschutz, Nachhaltigkeit des brandenburgischen Umweltministeriums, vertrat das Sieger-Bundesland Brandenburg. Die Auszeichnung für NRW wurde an Umwelt-Staatssekretär Udo Paschedag übergeben. Paschedag freute sich über die Auszeichnung: „Die Landesregierung hat sich ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt. Um sie zu erreichen, müssen wir die Nutzung der regenerativen Energien deutlich ausbauen. Geothermie ist eine wichtige Energiequelle der Zukunft. In Nordrhein-Westfalen wird praktisch jedes Produkt und jede Dienstleistung angeboten, die im wachsenden internationalen Geothermiemarkt nachgefragt wird. Die innovative Ausrichtung der NRW-Unternehmen, der Mix aus Bergbautradition, Stahlindustrie, Dienstleistung und der daraus erwachsenen Forschungslandschaft mit einem einmaligen Know-how zeichnet NRW aus."

Grundlage der erdwärmeLIGA sind die Zahlen der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderten Erdwärmepumpen für das jeweils vergangene Jahr. Das BAFA vergibt im Rahmen des Marktanreizprogramms Fördergelder, um den Einsatz Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt voranzubringen. In ganz Deutschland hat das BAFA demnach im Jahr 2010 rund 14.100 Erdwärmepumpen mit einer Leistung von 145 MW unterstützt. Diese Zahlen liegen deutlich unter den Werten des Jahres 2009, als das BAFA für 17.200 Anlagen mit 170 MW Gelder bereitstellte. Insgesamt wurden in Deutschland im betrachteten Zeitraum 24.500 erdgekoppelte Wärmepumpen mit einer Leistung von 296 Megawatt installiert. Auch dies sind knapp 6.000 Anlagen weniger als im Vorjahr mit 30.400 Anlagen und einer Leistung von 365 MW.


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