30.03.2005, 08:10 Uhr

Bremer Umweltphysiker befürchten massiven Ozonabbau über der Arktis

Bremen - Wissenschaftler des Instituts für Umweltphysik der Universität Bremen haben im Januar und Februar diesen Jahres Messungen der Ozonschicht und des Ozonabbaus über der Arktis durchgeführt. Die Untersuchungen von Dr. Holger Bremer und Dr. Harry Kuellmann waren Teil der internationalen PAVE-Mission (Polar Aura Validation Experiment), um die Entwicklung und Veränderung des Klimas zu erforschen. Ein Forschungsflugzeug der NASA unternahm mehrere Messflüge in den polaren Gebiete über Kanada. Mit an Bord befanden sich auch die Bremer Wissenschaftler mit ihrem Instrument ASUR (Airborne Submillimter Radiometer). Das Instrument erfasst Konzentrationen von Ozon und der am Ozonabbau beteiligten Spurenstoffe in einem Höhenbereich von 15 - 70 km. Das für die Forscher überraschende Ergebnis: hohe Werte an aktivem Chlor und geringe Werte an Salpetersäure. Beide Faktoren deuteten darauf hin, dass der Ozonabbau über der Nordhalbkugel bis weit in der Frühling hineinreichen und auch Gebiete über Mitteleuropa umfassen könnte, so die Forscher.
Begründet wird diese Entwicklung von den Wissenschaftlern mit dem diesjährigen Winter. Die beobachteten Temperaturen in der unteren arktischen Stratosphäre (Höhenbereich zwischen 15-25 km) seien die kältesten der vergangenen 50 Jahre gewesen. Bei diesen Temperaturen könnten sich polare Stratosphärenwolken bilden, die zumeist aus einer Mischung von Salpetersäure und Wasser bzw. Eis bestehen. Chlor, das durch die Freisetzung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) in die Stratosphäre gelange, könne an der Oberfläche dieser Wolken von seiner nicht aktiven in eine aktive Form überführt werden. Die aktiven Chlorverbindungen sind die Hauptverursacher des stratosphärischen Ozonabbaus.
Nach der Aktivierung und bei Sonnenlicht sei nun ein Ozonabbau möglich, wie er beispielsweise zum "Ozonloch" in der Antarktis führe. Zum Ende des Winters mit steigenden Temperaturen lösten sich diese Wolken wieder auf und die freigesetzte Salpetersäure sei mit an der Rückführung des aktiven Chlors in seine inaktive und "harmlose" Form beteiligt. Im Gegensatz zu der Antarktis träten diese extrem kalten Temperaturen über dem nordpolaren Gebiet jedoch weitaus seltener auf und der Ozonabbau sei "normalerweise" weniger stark ausgeprägt.

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Quelle: iwr/30.03.05/