29.10.2012, 09:51 Uhr

Bundespräsident Gauck überreicht Deutschen Umweltpreis an Solar-Experten

Leipzig - Bundespräsident Joachim Gauck hat den Deutschen Umweltpreises der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) an Forscher, Pioniere und Unternehmer aus der Solarenergie-Branche überreicht. Die Preisträger stünden für etwas, was auch ihn, Gauck, stolz auf Deutschland mache: Erfindungsreichtum und Unternehmergeist von Menschen, die das Wünschenswerte in Machbares zu wandeln versuchten. Gauck: "Es reicht ja nicht aus, wenn wir große Worte wählen und politisch korrekt mehr Nachhaltigkeit wünschen. Sie muss zwar politisch gewollt, aber unternehmerisch gestaltet und dann gesellschaftlich akzeptiert werden." Aus seinen Händen nahmen im Leipziger Gewandhaus der Mitbegründer und Aufsichtsratschef der SMA Solar Technology AG (Kassel), Günther Cramer (59), sowie das Forscher-Unternehmer-Duo Dr. Andreas Bett/Hansjörg Lerchenmüller (beide Freiburg) den mit 500.000 Euro höchstdotierten Umweltpreis Europas in Empfang. Bett (50) ist stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, Lerchenmüller (45) Geschäftsführer der Soitec Solar GmbH.

Ideen auch gegen Widerstände durchsetzen

Der Bundespräsident lobte vor rund 1.200 Festgästen - darunter Bundesumweltminister Peter Altmaier und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich - die Leistungen der DBU-Umweltpreisträger und staunte, "was möglich wird, wenn Menschen Ideen haben und sich durchsetzen, auch gegen Widerstände". Dass Deutschland auf eine Zukunft mit erneuerbaren Energien setze, sei sicher eines der ehrgeizigsten Vorhaben in unserem Land. Aber es zeige sich, dass bei einem der ganz wichtigen Themen unserer Zeit die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie in Gang gekommen sei.

Energiewende: Kosten des Nicht-Handelns

Auch wenn sich Deutschland von seinen industriellen Traditionen - Stahl, Automobilindustrie, Chemie und Elektroenergie - nicht trennen wolle, begebe sich das Land auf einen ehrgeizigen Weg. Mit Ingenieurskunst und gesellschaftspolitischem Weitblick könne Deutschland Vorreiter bleiben in Zukunftstechnologien, könne sich unabhängig von Ressourcen machen, die in Deutschland fehlten. Während die Energiewende im Ausland mit Spannung verfolgt werde, erzeuge sie im Inneren manchmal Spannung, Debatten, Kritik, Streit. Gemessen daran, was auf dem Spiel stehe, sei das normal. Aber wenn schon Streit, dann sollten nicht nur die Belastungen und Mühen des eingeschlagenen Wegs behandelt werden, sondern auch seine Chancen. Gauck: "Und übrigens auch die Probleme und Belastungen, die wir hätten, wenn wir diesen Weg nicht gingen. Wir wissen auch immer mehr über den Preis, die Kosten des Nicht-Handelns."


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