08.06.2026, 16:02 Uhr

Chint Solar verkauft erstes eigenständiges Batteriespeicher-Portfolio in Deutschland


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Frankfurt am Main – Chint Solar Europe hat ein Batteriespeicher-Portfolio (Battery Energy Storage System, BESS) mit einer Gesamtleistung von 56 MW / 180 MWh in Deutschland erfolgreich veräußert. Die Transaktion zählt zu den ersten sogenannten Forward-COD-Deals (Commercial Operation Date) im deutschen BESS-Markt – ein Modell, bei dem der Verkauf vor Inbetriebnahme der Anlagen erfolgt.

Das Portfolio besteht aus fünf Projekten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Käufer ist Second Foundation, einer der größten Stromhändler Deutschlands mit rund 8 % Marktanteil im kontinuierlichen Intraday-Handel. Der Deal unterstreicht den strategischen Wandel von Chint Solar – weg vom reinen Solarentwickler hin zu einem integrierten Anbieter von Energieinfrastrukturlösungen. Die Frankfurter Finanzberatung Capcora begleitete die Transaktion als exklusiver Financial Advisor.

Forward-COD-Struktur: noch seltenes Modell im deutschen Speichermarkt

Bei einer Forward-COD-Transaktion wird ein Projekt vor seiner Inbetriebnahme verkauft – inklusive aller Projektrechte und Gesellschaften. Chint Solar übernimmt dabei die schlüsselfertige Umsetzung inklusive EPC- und Betriebs- sowie Wartungsverträgen (O&M). Erste Projekte befinden sich bereits im Bau; die Netzanbindung ist zwischen dem zweiten Quartal 2026 und dem dritten Quartal 2027 vorgesehen.

Bernd Kipping, Vice President Innovation, Finance and Procurement bei Chint, betont die Besonderheit des Modells: „Diese als Forward-COD-Deal strukturierte Transaktion ist im deutschen BESS-Markt bislang noch selten und stellt daher ein besonderes Modell dar. Die Kombination aus der Entwicklungs- und Umsetzungskompetenz von Chint Solar Europe und der Stärke von Second Foundation im Bereich Energiehandel und Asset Management schafft eine sehr komplementäre Partnerschaft."

Second Foundation bringt Handels- und Optimierungskompetenz ein

Käufer Second Foundation ist ein Technologieunternehmen im Energiesektor mit Hauptsitz in Prag, das in mehr als 30 Märkten aktiv ist und bereits rund 3 GW erneuerbare Energien betreut. Das Unternehmen wird die Speicheranlagen über Regelenergie- und Intraday-Märkte vermarkten.

Weitere 600 MW an Batteriespeicherkapazität befinden sich bei Second Foundation bereits im Bau. Stephan Lehrke, CEO von Second Foundation Germany, hob den fortgeschrittenen Entwicklungsstand des Portfolios als entscheidenden Faktor für die Akquisition hervor. Capcora-Director Henning Prigge wertete den Abschluss als Signal für die wachsende Reife von Batteriespeichern als Anlageklasse.

Die rechtliche Beratung auf Verkäuferseite übernahm Osborne Clarke, Second Foundation wurde durch Samp Schilling beraten.

Quelle: IWR Online

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