05.08.2026, 12:40 Uhr

Dänemark vergibt erste Offshore-Wind-Zuschläge nach gescheiterter Ausschreibungsrunde – Vattenfall gewinnt beide Projekte


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Esbjerg – Vattenfall hat die ersten beiden Zuschläge für Offshore-Windprojekte im reformierten dänischen Ausschreibungssystem erhalten. Dänemark hatte das Verfahren nach dem vollständigen Scheitern der Vorgängerrunde grundlegend neu aufgesetzt. Das ursprüngliche Verfahren war Ende 2024 ohne Gebote geblieben – nun sind die ersten Zuschläge unter den reformierten Bedingungen vergeben.

Als Gründe für das Scheitern der dänischen Offshore-Wind-Ausschreibung im Jahr 2024 nannten Marktteilnehmer im anschließenden Dialog mit der Energiebehörde unter anderem gestiegene Kosten, angespannte Lieferketten sowie Unsicherheiten bei Strompreisen, Marktentwicklung und Nachfrage. Die Regierung stellte das Ausschreibungssystem daraufhin auf staatlich unterstützte zweiseitige Differenzverträge (Contracts for Difference, CfD) um, die die EU-Kommission im März 2026 genehmigte.

Vattenfall sichert sich beide Zuschläge – niedrigste Gebote bei 504 und 542 Kronen

Vattenfall Vindkraft A/S hat sich in der ersten Runde des reformierten Systems gegen die Wettbewerber durchgesetzt. Für das Offshore-Windparkprojekt Nordsøen Midt (Mindestleistung 1.000 MW, rund 20 Kilometer vor der Küste bei Hvide Sande) legte das Unternehmen mit 504 dänischen Kronen je Megawattstunde (rund 67,4 Euro/MWh) das niedrigste von zwei Geboten vor, für Hesselø (Mindestleistung 800 MW, rund 30 Kilometer vor der Küste Nordseelands im Kattegat) mit 542 Kronen je Megawattstunde (rund 72,5 Euro/MWh) das niedrigste von fünf Geboten.

Die garantierten Vergütungssätze gelten für 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Beide Windparks mit einer Gesamtleistung von mindestens 1,8 GW (1.800 MW) sollen spätestens 2032 ans Netz gehen. Nach Angaben der dänischen Energiebehörde reicht der erzeugte Windstrom aus, um rechnerisch den Strombedarf von mehr als 1,8 Millionen Haushalten zu decken. Vor der Vertragsunterzeichnung stehen noch formale Prüfungen der eingereichten Unterlagen aus.

„Der Zuschlag für beide Projekte unterstreicht unser Ziel, unser Offshore-Windportfolio weiter auszubauen und die Elektrifizierung von Industrie und Gesellschaft voranzutreiben", sagt David Flood, Leiter des Geschäftsbereichs Offshore bei Vattenfall.

Zu den Mitbietern bei Hesselø gehörte auch der dänische Energiekonzern Ørsted. In einer Stellungnahme gegenüber dem Sender TV2 gratulierte das Unternehmen der dänischen Regierung „zu einem erfolgreichen, wettbewerbsfähigen Ausschreibungsverfahren".

Dänische Offshore-Windkapazität wächst um rund 70 Prozent

Ende 2024 lag die installierte Offshore-Windleistung des Landes nach Angaben der Energiebehörde bei rund 2,7 Gigawatt. Die beiden Windparks könnten die derzeit installierte dänische Offshore-Windkapazität damit um rund 70 Prozent steigern. Nicht eingerechnet ist dabei der derzeit im Bau befindliche Offshore-Windpark Thor von RWE vor der Westküste Jütlands mit einer Leistung von rund 1.000 MW.

„Herzlichen Glückwunsch an Vattenfall. Das Unternehmen verfügt über große Erfahrung beim Bau von Offshore-Windparks in Dänemark und hat sowohl die Kapazität als auch die Fähigkeiten, um zwei so große Parks zu errichten", kommentiert Kristian Jensen, geschäftsführender Direktor von Green Power Denmark, den Zuschlag an Vattenfall.

Ob sich das reformierte Ausschreibungsmodell auch bei der dritten Fläche des Ausschreibungspakets, Nordsøen Syd (Mindestleistung 1.000 MW), bewährt, ist noch offen. Die Gebotsabgabe für diese Fläche ist erst für Herbst 2028 vorgesehen.

Europäischer Vergleich: Offshore-Wind-Ausschreibungen bleiben herausfordernd

Europaweit wurde 2025 nur ein Teil der geplanten Offshore-Kapazität tatsächlich versteigert – von 17 geplanten Gigawatt wurden laut WindEurope rund 7 Gigawatt vergeben, mehrere Verfahren scheiterten oder wurden storniert. Die erfolgreiche dänische Vergabe wird von Branchenvertretern daher als wichtiges Signal gewertet, dass das reformierte Modell wieder auf Investoreninteresse stößt.

Quelle: IWR Online

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