22.12.2014, 10:02 Uhr

Deutscher Stromexport läuft auf Hochtouren

Münster – Nachdem der Stromexport aus Deutschland im Monat September gegenüber dem Vorjahr etwas zurückgegangen war, ist er im Oktober wieder deutlich angestiegen. Das zeigen die neuen Daten des statistischen Bundesamtes.

Um 4,89 Mrd. Kilowattstunden (kWh) hat der Stromexport den Import in Deutschland im Oktober 2014 übertroffen. Das sind etwa 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Preise für den exportierten Strom sinken dabei.

Viel zu viel Strom in Deutschland - Stromexport auf Hochtouren

Von Januar bis Oktober 2014 beläuft sich der Stromexportsaldo momentan auf 27,78 Mrd. kWh. Im Vorjahr waren es zum Oktober 2013 etwa 26,68 Mrd. kWh. Ein Plus von etwa vier Prozent. Laut Statistischem Bundesamt ist der Saldo aus Stromexport und -import von sechs Mrd. kWh im Jahr 2011 auf rd. 35 Mrd. kWh Netto-Überschuss im Jahr 2013 angestiegen. Das ist eine Steigerung um das Sechsfache binnen zweier Jahre. Deutschland produziert damit viel zu viel Strom mit klimaschädlicher Kohle, der im Inland gar nicht mehr verbraucht werden kann und die deutsche Klimabilanz verhagelt. Trotz des zumnehmenden Stromexports wird der Energieversorger Vattenfall am Dienstag (23.12.2014) ein neues, riesiges Kohlekraftwerk in Hamburg in Betrieb nehmen. Mit den zwei Kohleblöcken, die zusammen eine Kraftwerks-Bruttoleistung von maximal 840 Megawatt (MW) aufweisen, kann fast Hamburg mit Strom versorgt werden. Strom, der gar nicht benötigt wird. Zunächst soll ein Kohleblock ans Netz gehen, der zweite Kohleblock soll dann Mitte 2015 folgen.

Stromexport steigt, Exportpreise sinken

Exportiert hat Deutschland im Oktober 2014 ca. 6,9 Mrd. kWh Strom. Das ist ein Zuwachs von 6,9 Prozent zum Vorjahr. Die Exportpreise für Strom sind dabei im Zeitraum Januar bis Oktober 2014 im Mittel auf 4,7 Cent/kWh gesunken. Im Vergleich zu 2013, als der exportierte Strom im Mittel 5,2 Cent/kWh kostete, ist dies ein Rückgang um rund zehn Prozent. Auch die Importpreise sinken, jedoch nicht so schnell wie die des Exports. Im Jahr 2013 lag der Preis für Stromimporte noch bei rd. 4,9 Cent/kWh im Mittel. Das Mittel für die ersten zehn Monate des Jahres 2014 liegt bei 4,5 Cent/kWh. Ein Rückgang von etwa acht Prozent. Durch die unterschiedlich schnelle Entwicklung gleichen sich die Preise für den Ex- und Import an.

Geringe Stromimporte im Oktober

Die Einnahmen aus dem Stromexport im Oktober 2014 belaufen sich auf etwa 316 Mio. Euro. Das ist ein Rückgang von etwa 4,6 Prozent. Von Januar bis Oktober 2014 ergibt sich im Vergleich zu den ersten zehn Monaten 2013 ein Rückgang um etwa acht Prozent. Die importierte Strommenge fällt im Oktober dabei auf ein Jahrestief. Mit 2,02 Mrd. kWh wurde im Oktober so wenig Strom importiert, wie im gesamten Jahr 2014 noch nicht. Die Ausgaben für Importstrom fallen dabei auf ein historisches Tief. Mit 89 Mio. Euro sind dass die niedrigsten Ausgaben für Importstrom seit mindestens 2008.

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