13.12.2011, 17:02 Uhr

E-Mobilität: Nutzer wollen keine Einschränkungen

Berlin - Am Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung der TU Berlin wurde untersucht, welche Erwartungen Autofahrerinnen und Autofahrer an die Nutzung und Alltagstauglichkeit eines Elektroautos knüpfen. Die Untersuchung fand unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Christine Ahrend und Dr. Oliver Schwedes statt. „Wir haben in Berlin und Nordrhein-Westfalen gewerbliche Nutzerinnen und Nutzer befragt, die im Rahmen einer Pilotstudie vom Energiekonzern RWE ein Elektroauto zur Verfügung gestellt bekommen hatten“, sagt Christine Ahrend. Die stichprobenartige Befragung von 36 Personen, davon 31 Männer, ergab eine generell hohe Akzeptanz für das Elektroauto. Die Nutzer zeigten sich demnach verantwortungsbewusst gegenüber Umwelt, Klimawandel und fossilen Ressourcen. „Betrachtet man jedoch die Bereitschaft der Autofahrerinnen und -fahrer, auch das eigene Mobilitätsverhalten zu überdenken und zu ändern, ergibt sich ein sehr differenziertes Bild“, resümiert Oliver Schwedes.

Die TU-Analyse förderte zwei unterschiedliche Einstellungen gegenüber dem Elektroauto zu Tage. Bei der einen, die Wissenschaftler nannten sie die Innovationsperspektive, sind die Nutzerinnen und Nutzer bereit, durch Innovationen wie die Elektromobilität neue Mobilitätskonzepte zu befördern wie auch das eigene Mobilitätsverhalten zu ändern. Nutzerinnen und Nutzer, die die sogenannte Substitutionsperspektive einnehmen, sehen im Elektroauto lediglich einen Ersatz für das Auto mit Verbrennungsmotor. Von daher stellen sie an das Elektroauto die gleichen Erwartungen wie an das konventionelle Auto. „Die Auswertung unserer Befragung hat eindeutig gezeigt, dass die Substitutionsperspektive bei den Nutzerinnen und Nutzern bislang überwiegt“, so Oliver Schwedes.

Die Mehrheit der befragten Autofahrer gebe dem Elektroauto – auch wenn E-Mobilität grundsätzlich bejaht wird – nur dann eine Chance, wenn sie ihr Verhalten nicht ändern muss. Aber auch die Minderheit, die die Innovationsperspektive einnimmt, verlangt konkrete verkehrspoltische Maßnahmen, um ihre Verhaltensänderung zu unterstützen. Die Befragung wurde im Rahmen des TU-Projektes „Analyse Nutzerverhalten und Raumplanung regionale Infrastruktur“ durchgeführt. Das Projekt ist Teil des Verbundvorhabens „IKT-basierte Integration der Elektromobilität in die Netzsysteme der Zukunft“ und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.


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