07.09.2026, 16:35 Uhr

EU gibt weitere 661 Mio. Euro für Niederlande frei - Offshore-Windenergie, Gebäudesanierung und grüner Wasserstoff im Fokus


© EU-Kommission

Brüssel - Die Niederlande kommen bei der Umsetzung ihres mit EU-Mitteln finanzierten Aufbauprogramms voran. Die EU-Kommission hat den vierten Zahlungsantrag über 661 Mio. Euro vorläufig positiv bewertet. Zu den erreichten Zielen gehören Maßnahmen für den Ausbau der Offshore-Windenergie, mehr als 820.000 energetische Verbesserungen an Wohngebäuden sowie Forschungs- und Demonstrationsprojekte für grünen Wasserstoff.

Die EU-Zahlung fällt in die Schlussphase des europäischen Corona-Aufbauprogramms NextGenerationEU. Die Niederlande nutzen einen erheblichen Teil der Mittel für den Umbau des Energie- und Wirtschaftssystems, angefangen von der Offshore-Windenergie und Energieeffizienz bis zum grünen Wasserstoff. Ende 2026 läuft die Aufbau- und Resilienzfazilität aus.

Offshore-Windenergie und Gebäudeeffizienz erreichen Fördermeilensteine

Nach Angaben der EU-Kommission haben die Niederlande alle neun Meilensteine und 15 Zielvorgaben erfüllt, die mit dem vierten Zahlungsantrag verbunden sind. Einen Schwerpunkt bilden Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Dazu gehören Maßnahmen, die den Ausbau der Offshore-Windenergie ermöglichen, sowie mehr als 820.000 Energiesparmaßnahmen an niederländischen Wohngebäuden.

Hinter den Maßnahmen zur Gebäudeeffizienz stehen unter anderem staatliche Förderprogramme zur energetischen Sanierung. Über die niederländische ISDE-Förderung werden beispielsweise Dach-, Boden- und Wanddämmung, Wärmeschutzverglasung sowie Wärmepumpen unterstützt. Auch die Wasserstoffwirtschaft ist Bestandteil des Aufbauprogramms: Forschungs- und Demonstrationsprojekte sollen den Einsatz von grünem Wasserstoff voranbringen.

Der niederländische Aufbauplan setzt insgesamt einen deutlichen Schwerpunkt auf die grüne Transformation. Neben erneuerbaren Energien und Energieeffizienz gehören auch Investitionen in nachhaltige Mobilität und innovative Technologien zum Programm. Die niederländische Regierung nennt Offshore-Windenergie ausdrücklich als eine der zentralen Maßnahmen des Aufbauplans.

EU-Aufbaufonds geht 2026 in die Schlussphase

Der niederländische Aufbau- und Resilienzplan wird mit insgesamt 5,44 Mrd. Euro an EU-Zuschüssen finanziert. Nach Auszahlung der jetzt vorläufig freigegebenen Tranche wären 3,73 Mrd. Euro und damit 68,6 Prozent der Mittel ausgezahlt. Gleichzeitig wären 81,1 Prozent aller vereinbarten Meilensteine und Zielvorgaben erfüllt.

Die 661 Mio. Euro sind noch nicht endgültig ausgezahlt. Zunächst hat der Wirtschafts- und Finanzausschuss der EU vier Wochen Zeit für seine Stellungnahme. Anschließend kann die EU-Kommission die Zahlungsentscheidung treffen.

Die Zeit für die verbleibenden Projekte wird allerdings knapp: Die Aufbau- und Resilienzfazilität läuft Ende 2026 aus. Die Mitgliedstaaten müssen ihre letzten Zahlungsanträge bis Ende September 2026 einreichen. Für die Niederlande geht es damit in den kommenden Monaten darum, die noch ausstehenden Investitionen und Reformen abzuschließen und die verbleibenden EU-Mittel abzurufen.

Quelle: IWR Online

© IWR, 2026