04.08.2014, 10:16 Uhr

Großbritannien: Anteil erneuerbarer Energien steigt auf 15 Prozent

London – Die britische Regierung hat Zahlen zum Energiemarkt in Großbritannien veröffentlicht. Die erneuerbaren Energieträger haben demnach einen so hohen Anteil an der Stromerzeugung wie niemals zuvor.

Das Derpartment of Energy and Climate Change hat Statistiken zur Energieerzeugung und zum Energieverbrauch 2013 veröffentlicht. Während die konventionellen Energieträger weniger Strom produzierten ist der Anteil der Erneuerbaren Energien im letzten Jahr deutlich gestiegen.

Anteil der Erneuerbaren auf Rekordniveau

Aus den Statistiken geht hervor, dass die Primärenergieerzeugung um 6,3 Prozent gegenüber 2012 gefallen ist. Dies liegt nach Ministeriumsangaben u.a. an einem Rückgang der Kohleproduktion. Der Endenergieverbrauch sei hingegen um 0,7 Prozent gestiegen, dies wird mit dem kalten Winter 2013 begründet. Berechnungen zufolge wäre der Endenergieverbrauch bei einem normalen Winter um 0,3 Prozent gefallen. In den letzten neun Jahren zeichnete sich bereits ein Abwärtstrend ab. Zudem wurde Großbritannien 2013 erstmals seit 1984 wieder zu einem Importeur von Erdöl-Produkten, Grund dafür sei die Schließung einer Raffinerie in Coryton im Juli 2012.

In Großbritannien wurde 2013 zudem so viel Energie aus erneuerbaren Energiequellen produziert wie noch nie zuvor. Die Erneuerbaren hatten einen Anteil von 14,9 Prozent an der gesamten Stromerzeugung. Im Vorjahr 2012 lag der Anteil noch bei 11,3 Prozent.

Erneuerbare werden in Europa immer wichtiger - Abschreibungen auf konventionelle Kraftwerke

Der Anteil der erneuerbaren Energien legt auch in der gesamten Europäischen Union stetig zu. 2013 lag der Anteil an der Bruttostromerzeugung bei 26,1 Prozent. Zum Vergleich: 2003 hatten die Erneuerbaren noch einen Anteil von 12,82 Prozent. Der wachsende EE-Anteil setzt die konventionellen Energieträger unter Druck. Diese Situation führt in Verbindung mit der Wirtschaftskrise und der gesunkenen Stromnachfrage aktuell dazu, dass die großen Stromerzeuger wie bspw. RWE oder E.ON Wertberichtigungen (Abschreibungen) in Milliardenhöhe auf ihren Kraftwerkspark in ganz Europa vornehmen müssen (IWR Online berichtete).

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