26.03.2021, 10:28 Uhr

Keine Oberleitungs-Lkw: Daimler setzt auf Batterie und Brennstoffzelle


© Daimler AG

Stuttgart – Daimler setzt den elektrisch betriebenen LKW Mercedes-Benz eActros derzeit noch im Probebetrieb ein. Doch die Serienproduktion des eActros im Werk in Wörth ist bereits für dieses Jahr geplant.

Bei Daimler ist die Entscheidung über die Antriebstechnik bei den leichten und schweren Nutzfahrzeugen gefallen: die Batterie und die wasserstoffbasierte Brennstoffzelle. Eigene Lkws mit Oberleitung plant Daimler indes nicht. Vorrang vor dem Fernverkehr hat zunächst allerdings der urbane Lieferverkehr.

Daimler prüft elektrische Nutzfahrzeuge im intensiven Praxistest

Der eActros von Mercedes-Benz wird bereits bei mehreren Kunden eingesetzt und getestet. Seit Juli 2019 muss sich der eActros beispielsweise bei der Firma Logistik Schmitt bewähren. Insgesamt hat der eActros im Nordschwarzwald bislang rund 50.000 Kilometer zurückgelegt und 5.000 Touren mit insgesamt über 100.000 Ladungsträgern absolviert. Damit belegt der Einsatz des eActros bei Logistik Schmitt, dass der batterieelektrische Lkw die gleichen Aufgaben wie ein konventionelles Diesel-Fahrzeug erledigen kann, teilte Daimler mit. Teil des mehrjährigen Tests des schweren E-Lkw im Murgtal bei Rastatt und Gaggenau ist ein für einen späteren Zeitpunkt vorgesehener Konzeptvergleich mit dem Oberleitungsprojekt eWayBW – Daimler selbst plant jedoch keine Oberleitungs-Lkw.

Optimierung und Erweiterung der Testrouten

Logistik Schmitt setzt den eActros seit Januar 2021 auf einer neuen, anspruchsvolleren Route über die B462 ein, die weitgehend der geplanten Oberleitungs-Strecke von eWayBW entspricht. Das neue Tagespensum wurde um 100 Kilometer auf 250 bis 300 Kilometer erhöht. Auch das Ladungsgewicht wurde von bislang in der Regel vier Tonnen auf ein Mehrfaches erhöht. Mercedes-Benz Lkw plant die Übergabe des weiterentwickelten, seriennahen Prototyps des eActros an Logistik Schmitt für Sommer des Jahres 2021.

Reichweite: Fokus auf Batterie und später auf wasserstoffbasierte Brennstoffzellen

Daimler will die Entwicklungsaktivitäten auf die laut Daimler beiden wirklich lokal CO2-neutralen, vollelektrischen Antriebstechnologien konzentrieren: auf Batterie und wasserstoffbasierte Brennstoffzelle, erläutert Dr. Manfred Schuckert, Leiter Emissionen und Sicherheit, Daimler Nutzfahrzeuge im Bereich External Affairs. Die Konfiguration erfolgt je nach benötigter Reichweite. Schuckert: „Unsere Praxistests mit dem eActros zeigen, dass der batterieelektrische Lkw hervorragend für den schweren, urbanen Lieferverkehr geeignet ist. Für Anwendungsfälle, bei denen höhere Reichweiten und Zuladungen erforderlich sind, planen wir ab 2024 den ebenfalls rein batterieelektrischen Fernverkehrs-Lkw eActros LongHaul in unser Serien-Angebot aufzunehmen. Für noch anspruchsvollere Einsätze wollen wir unser Portfolio in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts zusätzlich um in Serie gefertigte Fernverkehrs-Lkw mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellenantrieb ergänzen.“

Quelle: IWR Online

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