13.04.2004, 15:15 Uhr

Preisgünstige Enzyme sollen Biogas-Produktion billiger machen

Bonn - Wissenschaftler der Universität Bonn haben ein Verfahren entwickelt, mit dem die Produktion von Biogas preisgünstiger wird. Mit dem neuen Verfahren lassen sich hoch effektive Enzymmischungen zu einem Bruchteil des Weltmarktpreises produzieren. Die neue Methode könnte beispielsweise dazu beitragen, Biogasanlagen erheblich effektiver zu machen.
Der Uni-Wissenschaftler und Geschäftsführer der Firma "Bioreact", Udo Hölker, will die Fähigkeiten pilzlicher Mikroorganismen in den Dienst der Umwelt stellen. Sein Plan: Enzymmischungen, die von verschiedenen Schimmelpilzen produziert werden, sollen die Methan-Produktion in Biogasanlagen ankurbeln - "und das konkurrenzlos günstig."
Die Idee funktioniert zumindest im Labor bislang ausgezeichnet: "Die Biogasausbeute ist um 30 bis 50 Prozent höher als ohne unseren Enzymzusatz - mit Mischungen aus vier oder fünf reinen, konventionell hergestellten Enzymen erreicht man keine vergleichbare Steigerung," so Hölker. Diese seien zudem erheblich teurer in der Herstellung, vor allem, weil sie meist kostspielig konzentriert und gereinigt werden müssten, bevor sie in den Handel kommen. Für die Biogas-Erzeugung ist das nach Hölker unnützer Aufwand: Ob im Reaktor neben den erwünschten Enzymen auch noch ein paar Kilo Pilzmyzel landen würden, sei letztlich egal. "Unsere Enzyme kosten nur einen Bruchteil des Weltmarktpreises, den man für reine Enzyme zahlen würde", so der Geschäftsführer von "Bioreact". "Wenn es um kostengünstige pilzliche Enzymmischungen geht, sind wir unschlagbar!"
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