07.10.2014, 13:14 Uhr

RENIXX schwächer: GT-Advanced-Aktie fällt weiter nach Pleite - Nordex, Gamesa und Vestas geben Gewinne wieder ab

Münster – Der internationale Aktienindex für erneuerbare Energien RENIXX World tendiert am Dienstag nach einer kleinen Erholung am Montag wieder etwas schwächer. Bislang fällt der Branchen-Index um etwa 1,3 Prozent auf 391,45 Punkte. GT Advanced ist nach dem Crash von gestern erneut größter Verlierer im RENIXX.

Der DAX gibt ebenfalls nach (-0,9 Prozent, 9.124 Punkte). Die deutsche Industrieproduktion ging im August um 4,0 Prozent zurück. So stark brach sie das letzte Mal im Januar 2009 ein. Der Euro tendiert schwächer (-0,5 Prozent, 1,260 US-Dollar). Der Goldpreis gibt leicht nach (-0,2 Prozent) und notiert aktuell bei 1.205 US-Dollar je Feinunze.

GT Advanced erneut größter Verlierer

Der größte Verlierer im RENIXX ist erneut der Titel von GT Advanced (-14,9 Prozent, 0,749 Euro). Daneben verlieren die Anteile von Sunpower (-7,2 Prozent, 25,11 Euro) und Rec Silicon (-6,3 Prozent, 0,268 Euro) kräftig. Aber auch die Windwerte von Nordex (-4,6 Prozent, 12,99 Euro), Gamesa (-3,9 Prozent, 7,90 Euro) und Vestas (-2,6 Prozent, 27,30 Euro) verlieren deutlich und geben damit ihre Gewinne von Montag wieder ab. Bei GT Advanced hatte die Mitteilung über den Insolvenzantrag den Kurssturz ausgelöst. Die Aktie verlor bereits am Montag etwa 90 Prozent an Wert. Gamesa meldet einen weiteren Auftrag über 68 Megawatt (MW) in Brasilien. Der Aktie hilft das nicht.

Die drei größten Verlierer im DAX sind um die Mittagszeit die Anteile von Lufthansa (-3,1 Prozent, 11,71 Euro), RWE (-2,1, 29,23 Euro) und Commerzbank (-1,9 Prozent, 11,15 Euro). Daneben verlieren auch die Anteile von E.ON (-1,7 Prozent, 13,83 Euro) überdurchschnittlich. Bei der Lufthansa sind es wieder einmal angekündigte Streiks seitens der Piloten bei der Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo, die den Kurs belasten. Die größten Gewinner sind Adidas (+0,6 Prozent, 58,71 Euro), Infineon (+0,6 Prozent, 7,88 Euro) und Linde (+0,5 Prozent, 151,20 Euro).

Deutscher Strompreis steigt

An der Strombörse haben sich die Preise in Deutschland und Frankreich angenähert. Im Day-ahead-Handel ist der deutsche Strompreis um 20 Prozent auf 3,58 Cent pro Kilowattstunde (kWh) gestiegen und der französische Preis um 8,1 Prozent auf 4,22 Cent je kWh gesunken. Dennoch ist der deutsche Strom weiter deutlich günstiger. Verbilligt hat sich zudem auch der Ausstoß von CO2. Im Handel am Dienstag sinkt der Preis für ein EU-Zertifikat, das zur Emission einer Tonne CO2 berechtigt, um 0,7 Prozent auf 5,66 Euro.

Die Marktpreise für Rohöl bewegen sich am Dienstag kaum. So verbilligt sich ein Barrel der US-Sorte WTI um 0,3 Prozent auf rund 90,20 US-Dollar und ein Fass der Nordseesorte Brent gibt minimal um 0,1 Prozent auf etwa 93 US-Dollar nach. Der Heizölpreis sinkt ebenfalls leicht um 0,1 Prozent auf 77,6 Cent pro Liter (inkl. MWSt, bei Abnahme von 3.000 Litern). An den deutschen Tankstellen haben die Autofahrer am Montag im Schnitt für einen Liter Diesel 1,337 Euro bezahlt (-0,8 Prozent). Der Preisnachlass fiel beim Benzin (Super E10) mit 0,5 Prozent auf 1,50 Euro pro Liter noch etwas geringer aus.

Strom: Mehr Wind- als Solar-Leistung am Netz

Bei der Stromversorgung zur Mittagszeit haben unter den regenerativen Energien heute wieder die Windenergieanlagen die Nase vorn. Sie erzeugen zur hohen mittäglichen Nachfrage Strom mit einer Leistung von 11.800 Megawatt (MW). Zusammen mit den 7.500 MW, mit denen die Photovoltaik-Anlagen Strom produzieren, kommen diese beiden regenerativen Energiequellen auf eine Leistung von 19.300 MW. Das sind knapp 30 Prozent der insgesamt benötigten Kraftwerksleistung am Mittag.

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