16.06.2014, 13:23 Uhr

RENIXX und DAX unmotiviert – Solartitel gefragt: Solarcity, First Solar, Sunpower, Jinkosolar steigen, Vestas herabgestuft - RWE unter Druck

Münster – Der internationale Aktienindex für die Regenerative Energiewirtschaft RENIXX World tendiert am Vormittag leichter. Bei einem Verlust von 0,4 Prozent, steht der RENIXX gegen Mittag bei 398,00 Zählern. Auch der DAX gibt um 0,2 Prozent nach auf 9.890,52 Punkte.

Der geplante Verkauf der RWE-Tochter DEA an einen russischen Investor wird vom Bundeswirtschaftsministerium geprüft. Die Bundesregierung macht von einer entsprechenden Klausel im Außenwirtschaftsgesetz Gebrauch, wonach sie einen Verkauf untersagen kann, wenn sie die strategischen Interessen Deutschlands verletzt sieht. Die Aktie des Essener Energiekonzern notiert um 1,7 Prozent leichter bei 29,23 Euro. Der Devisenmarkt ist vor der Sitzung der amerikanischen Notenbank ruhig, der Euro kostet 1,3553 Euro (-0,04 Prozent). Die Feinunze Gold ist für 1.279,92 US-Dollar zu haben (+0,2 Prozent).

Auch Indien setzt auf die Sonne: Solartitel gefragt – Vestas herabgestuft

Deutliche Gewinne im RENIXX verbuchen am Vormittag Solaraktien. Nachdem bereits der Investor Warren Buffet vergangene Woche Milliardeninvestitionen in Solar- und Windenergie angekündigt hatte, bekräftigt auch der indische Präsident die vom neuen Premier Modi angekündigte Energiepolitik. Solar-Titel führen daraufhin den RENIXX an: Solarcity (+3,4 Prozent, 38,50 Euro), First Solar (+3,0 Prozent, 48,06 Euro), Sunpower (+2,7 Prozent, 26,14 Euro), Jinko Solar (+2,6 Prozent, 19,68 Euro), Yingli (+2,1 Prozent, 2,41 Euro) und Trina Solar (+1,6 Prozent, 8,74 Euro). First Solar profitieren zudem von einem 150 MW-Auftrag in den USA.

Am Indexende findet sich der dänische Hersteller von Windenergieanlagen Vestas (-5,1 Prozent, 36,62 Euro). Die Investmentbank Barclays stuft die Aktie nach langer Wachstumsphase herab, das Papier sei überbewertet. Weitere Verlierer sind Green Plains (-2,9 Prozent, 22,00 Euro), Xinjang Goldwind (-2,7 Prozent, 0,87 Euro) und Hanergy (-2,5 Prozent, 0,116 Euro).

Die Gewinner im DAX sind SAP (+0,6 Prozent, 56,74 Euro), HeidelbergCement (+0,8 Prozent, 64,49 Euro) und Merck (+0,6 Prozent, 128,20 Euro). Größter Verlier ist RWE (-1,7 Prozent, 29,23 Euro), vor K+S (-1,3 Prozent, 24,36 Euro) und Deutsche Bank (-1,1 Prozent, 27,55 Euro).

Heizölpreis nahe dem Jahreshoch - Ölpreise steigen durch Irak-Krise

Zum Wochenstart ziehen die Strompreise im day-ahead-handel wieder an, in Deutschland um knapp 60 Prozent auf 3,872 Cent je Kilowattstunde (kWh). Auch französischer Strom wird teurer, der Preis steigt um rund 66 Prozent und liegt derzeit bei 3,685 Cent pro kWh. Durch diese Entwicklungen ist deutscher Strom wieder teurer als französischer. Auch der Preis für die Emission einer Tonne CO2 steigt, aktuell notiert das Zertifikat bei 5,66 Euro (+1,1 Prozent).

Vor dem Hintergrund der Irak-Krise legen die Rohöl-Preise zu: Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent liegt weiter über der 110-US-Dollar-Marke. Zurzeit notiert die Nordseesorte bei 112,81 US Dollar (+0,3 Prozent) je Barrel. Die amerikanische Sorte WTI notiert aktuell bei 106,32 US-Dollar je Barrel (+0,2 Prozent). Der Heizölpreis um einen weiteren Prozentpunkt auf 82,6 Cent pro Liter (inkl. MWST, bei Abnahme von 3.000 Litern). Damit liegt der Literpreis nahe dem Jahreshoch vom 02.01.2014. Damals kostete ein Liter Heizöl 83,4 Cent. Die Benzinpreise für Autofahrer stiegen am Wochenende. Diesel notierte bei 1,382 Euro (+1,8 Prozent) pro Liter am gestrigen Sonntag. Auch der Preis für Super E10 stieg um 1,7 Prozent auf 1,556 Euro pro Liter.

Wind und Solaranlagen erzeugen über ein Drittel des deutschen Stroms

Auch am Montag scheint die Sonne, so dass zur Mittagszeit die Solaranlagen in Deutschland Strom mit einer Leistung von rund 20.000 Megawatt (MW) erzeugen. Die Windenergieanlagen beteiligen sich mit einer Leistung von rd. 4.100 MW an der Stromproduktion. Zusammen produzieren die beiden Erneuerbaren Strom mit einer Leistung von knapp 24.100 MW. Damit stellen sie rund 35 Prozent des Strombedarfs zur Mittagszeit. Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke sind gegen Mittag mit einer Leistung von 44.000 MW am Netz. Ohne Wind- und Sonnenenergie müssten konventionelle Kraftwerke zur Bedarfsdeckung rund 68.100 MW Strom erzeugen.

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