RENIXX World gibt weiter nach: Chinesen sehr schwach – Deutsche Bank investiert in Nordex – Gamesa plant Solarprojekt in Indien
Münster – Grüne Aktien bauen am Dienstag die Verluste von Montag weiter aus. Der internationale Aktienindex für regenerative Energien RENIXX World sinkt bislang um weitere 0,8 Prozent auf 514,67 Punkte. Erneut zählen vor allem Aktien aus China zu den Verlierern.
Der RENIXX World ist am Dienstagvormittag zunächst sukzessive bis auf 512 Punkte abgefallen, immerhin orientiert er sich kurz vor dem Mittag wieder ein wenig nach oben. Auch der deutsche DAX (-0,6 Prozent, 10.849 Punkte) gibt nach. Die Marktteilnehmer richten ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Thema Griechenland, denn heute beraten die 19-Eurogruppen-Finanzminister, wie es weitergehen kann. Griechenland will ein neues Angebot unterbreiten. Der Euro fällt deutlich um 0,8 Prozent auf 1,097 US-Dollar. Die Feinunze Gold verbilligt sich um 0,4 Prozent auf 1.166 US-Dollar.
Gamesa entwickelt in Indien Solarenergie-Projekte
Im RENIXX sind die Aktien der chinesischen Unternehmen GCL-Poly Energy (-7,6 Prozent, 0,159 Euro), China Longyuan (-4,5 Prozent, 0,873 Euro) und China High Speed Transmission (2,3 Prozent, 0,641 Euro) auf der Verliererliste ganz oben zu finden. Auch die Titel des deutschen Windenergieanlagen(WEA)-Herstellers Nordex (-1,4 Prozent, 21,60 Euro) geben überdurchschnittlich nach. Am Tag zuvor hatte Nordex mitgeteilt, dass eine Deutsche-Bank-Tochter ihren Stimmrechtsanteil an Nordex erhöht und nun die Fünf-Prozent-Marke knapp überschritten habe. Der spanische WEA-Hersteller Gamesa (-0,8 Prozent, 14,68 Euro) berichtete über den Einstieg in die Entwicklung von Solarprojekten in Indien. Im ersten Schritt sollen insgesamt vier Anlagen mit zusammen zehn Megawatt (MW) Leistung installiert werden.
Analysten bewegen die DAX-Titel
Im DAX geben die Titel von K+S am stärksten nach (-2,6 Prozent, 37,65 Euro). Grund für die Kursverluste ist ein Analysten-Kommentar von JPMorgan. Die Aktienexperten haben das Papier von "overweight" auf "underweight" heruntergestuft, weil sie denken, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme überschätze. Gefragt sind hingegen vor allem Fresenius (+2,0 Prozent, 58,40 Euro), Deutsche Börse (+1,4 Prozent, 77,15 Euro) und SAP (-1,1 Prozent, 62,25 Euro). Die beiden letztgenannten Titel profitieren von positiveren Analysten-Einschätzungen.
Ölpreise steigen wieder
Die Preise für Rohöl haben sich am Dienstagmittag wieder ein wenig vom gestrigen Einsturz erholt. Das Fass der US-Sorte WTI verteuert sich um rund 0,9 Prozent auf etwa 53,30 US-Dollar. Die Nordseesorte Brent legt um 2,3 Prozent auf etwa 58,10 US-Dollar je Barrel zu. Der Heizölpreis bewegt sich dafür weiter abwärts, der Liter kostet aktuell 60,1 Cent (-2,4 Prozent; inkl. MWSt, bei Abnahme von 3.000 Litern). An den Tankstellen haben sich der Diesel- und Benzinpreis leicht verbilligt: Gestern kostete der Liter Diesel im Bundesdurchschnitt 1,21 Euro (-0,5 Prozent), ein Liter Super E10 war für 1,46 Euro zu bekommen (-0,2 Prozent).
Strompreise geben kräftig nach
Die Preise an der Strombörse EEG fallen im Day-ahead-Handel für die Lieferung am morgigen Mittwoch. Der Strompreis in Deutschland gibt knapp 40 Prozent auf etwa 2,96 Cent die Kilowattstunde (kWh) ab. In Frankreich verbilligt sich der Strom um etwa 26 Prozent auf rund 3,72 Cent je kWh. Damit ist Strom in Frankreich um 26 Prozent teurer als in Deutschland. Der Preis für ein CO2-Zertifikat, das zur Emission einer Tonne CO2 in der EU berechtigt, kostet derzeit 7,33 Euro. Das sind etwa 0,4 Prozent mehr als am Vortag (7,24 Euro).
Wind- und Solaranlagen liefern heute zur Mittagsspitze Strom mit über 25.000 MW Leistung
Zur verbrauchsstarken Mittagszeit liefern heute die Photovoltaikanlagen in Deutschland reichlich Strom. Die Solarenergieanlagen erzeugen Strom mit einer Leistung von 22.700 MW und die Windenergie steuert weitere 2.700 MW bei. Gemeinsam erzeugen diese beiden erneuerbaren Energien somit etwa 25.400 MW und decken 38 Prozent der deutschen Spitzen-Stromnachfrage zur Mittagszeit. Die konventionellen Kraftwerke liefern am Mittag Strom mit einer Leistung von 41.600 MW. Die Daten der EEX beziehen sich dabei nur auf Kraftwerke ab einer Größe von 100 MW.
Quelle: IWR Online
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