16.11.2021, 12:59 Uhr

RWE kündigt Milliarden-Investitionen in Erneuerbare Energien an


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Essen - Der Essener Energiekonzern RWE wird seine Aktivitäten auf den Gebieten Erneuerbare Energien, Energiespeicherung und Wasserstoff bis 2030 deutlich ausbauen. Einen früheren Ausstieg aus der Kohle hält das Unternehmen dabei grundsätzlich für möglich.

RWE will das Zubautempo bei erneuerbaren Energien (EE) um gut 70 Prozent erhöhen, was bis 2030 einen Portfoliozuwachs um durchschnittlich 2,5 Gigawatt (2.500 Megawatt - MW) pro Jahr entsprechen würde. Im Zuge des milliardenschweren Portfolioumbaus rechnet der Energiekonzern mit einem Anstieg des bereinigten EBITDA im Kerngeschäft um jährlich durchschnittlich 9 Prozent. Im Jahr 2030 soll es 5 Milliarden Euro (Mrd. Euro) betragen.

Neue Strategie definiert Unternehmensziele bis zum Ende des Jahrzehnts

Der Essener Energiekonzern RWE hat angekündigt, das Ausbautempo bei grünen Erzeugungskapazitäten kräftig anzuziehen. RWE plant, im Rahmen der Investitions- und Wachstumsstrategie „Growing Green“ bis 2030 Investitionen von 50 Milliarden Euro brutto und einen Ausbau der Erzeugungskapazität auf 50 Gigawatt (50.000 MW). Damit fließen pro Jahr durchschnittlich 5 Mrd. Euro brutto in Offshore- und Onshore-Windkraft, Solar, Speicher, flexible Backup-Kapazitäten und Wasserstoff. RWE will so sein Portfolio auf den Märkten in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum um 25.000 MW auf 50.000 MW steigern. Künftig soll dazu der jährliche Ausbau von etwa 1.500 MW auf 2.500 MW gesteigert werden.

Schnelles und nachhaltiges Wachstum angestrebt - Gaskraftwerke weiter im Portfolio – Kohleausstieg vor 2038 möglich

Der Schwerpunkt der RWE-Strategie liegt beim Ausbau des EE-Erzeugungsportfolios. Im Bereich Offshore-Wind plant RWE bis 2030 einen Ausbau von 2.400 MW auf etwa 8.000 MW im Jahr 2030. Bei Onshore-Wind und Solar soll die installierte Leistung von 7.000 MW auf 20.000 MW ausgebaut werden, im Bereich Solar ist eine Steigerung der Kapazität von unter 1.000 MW auf 8.000 MW geplant. Bei Batteriespeichern ist bis 2030 ein Ausbau von derzeit über 600 MW auf 3.000 MW vorgesehen. Bis zum Ende der Dekade plant RWE zudem den Aufbau von eigenen Elektrolysekapazitäten mit einer Leistung von 2.000 MW.

RWE wird auch weiter auf den Betrieb von flexibel und schnell einsetzbaren Gaskraftwerken setzen. Mit einer Leistung von 14.000 MW verfügt RWE aktuell nach eigenen Angaben über die zweitgrößte Gaskraftwerksflotte in Europa. Anlagen mit einer Leistung von mindestens 2.000 MW, versehen mit „einem klaren Dekarbonisierungspfad“, sollen zugebaut werden. Auch für alle bestehenden Gaskraftwerke werde ein Fahrplan entwickelt, um sie „grün“ umzurüsten, so RWE.

Mit dem entschlossenen Einsatz für mehr Erneuerbare Energien und der Bereitschaft, Alternativen für die Versorgungssicherheit zu schaffen, arbeite RWE dafür, die Voraussetzungen des Kohleausstiegs schneller zu erfüllen als bislang vorgesehen, blickt RWE-Vorstandschef Marks Krebber auf ein Ende der Kohleverstromung vor 2038. „Bei RWE hat der Kohleausstieg längst begonnen. Es kann gelingen, ihn nach vorne zu ziehen, wenn der konsequente Ausbau der neuen Technologien tatsächlich massiv beschleunigt wird“, so Krebber weiter.

Finanziell gut aufgestellt

Der weitaus größte Teil des Investitionsprogramms soll aus dem operativen Cashflow finanziert werden. „Unsere neue Strategie zeichnet nicht nur ein klares Bild davon, wie sich unser Unternehmen bis 2030 entwickeln wird. Sie zeigt auch, dass wir dafür das finanzielle Rüstzeug haben und unser grünes Wachstum grün finanzieren“, betont RWE Finanzvorstand Dr. Michael Müller.

In der Folge soll das bereinigte EBITDA (bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) im Kerngeschäft deutlich wachsen: 2030 soll es 5 Milliarden Euro betragen, voraussichtlich mehr als doppelt so viel wie im laufenden Geschäftsjahr. Auch kurzfristig entwickelt sich die Ertragslage von RWE erfreulich, so dass das Unternehmen seine bestehende Prognose für das Geschäftsjahr 2022 erhöht. Für 2021 soll die Dividende auf 90 Cent je Aktie steigen, für die nächsten Jahre plant RWE eine Untergrenze von 90 Cent je Aktie.

Quelle: IWR Online

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