23.08.2013, 10:01 Uhr

Schleswig-Holstein und Dänemark: Windkraft-Pionierregionen kooperieren

Husum/Padborg - Die Nutzung der Windenergie hat sich von einer Pionierbranche zu einer globalen Industrie entwickelt. Die Wiege der ersten Windparks, die Region Schleswig-Holstein und Dänemark, ist nach wie vor Standort weltweit agierender Windkraft-Firmen und will ihre Position im internationalen Standortwettstreit ausbauen.

Durch eine Partnerschaft zwischen windcomm, der schleswig-holsteinischen Netzwerkagentur für Windenergie mit Sitz in Husum, und dem „Wachstumszentrum – Erfolg für die deutsch-dänische Region“ aus Padborg sollen Windkraftunternehmen und Institutionen beiderseits der Grenze stärker vernetzt und über gegenseitige Kooperationsmöglichkeiten informiert werden. Die Zusammenarbeit fokussiert sich zunächst auf die Offshore-Windenergie.

„Erneuerbare Energien ein dynamischer Wachstumsmarkt

Das Wachstumszentrum, dänisch Vækstcentret, fördert die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen dem südlichen Dänemark und dem nördlichen Schleswig-Holstein. „Der Sektor erneuerbare Energien ist ein dynamischer Wachstumsmarkt mit exzellenten Zukunftsprognosen und bildet bereits heute in der deutsch-dänischen Region einen wirtschaftlichen Schwerpunkt mit Vorbildcharakter für andere Regionen“, erklärt Stephan Kleinschmidt, Leiter des Wachstumszentrums. windcomm-Projektleiter Martin Schmidt ergänzt: „Die Offshore-Windkraft ist für die Kooperation besonders geeignet, weil die Realisierung der Windparks auf See eine viel stärkere internationale Zusammenarbeit erfordert als die Onshore-Windkraft.“

Dänemark steht weltweit an zweiter Stelle, was die installierte Offshore-Windleistung betrifft. Das Land will bis zum Jahr 2020 die Hälfte seines Stromverbrauchs aus Windkraft decken und dafür in den kommenden Jahren zusätzlich zu den bereits vorhandenen knapp vier Gigawatt (GW) Leistung (davon ein GW offshore) 1.800 Megawatt (MW) Onshore- und 1.500 MW Offshore-Windenergie installieren. „Daraus ergibt sich auch Marktpotenzial für deutsche Firmen, zum Beispiel im Bereich Service und Wartung“, so Schmidt.

Deutsch-dänischer Austausch im September

windcomm und das Wachstumszentrum organisieren zum deutsch-dänischen Austausch in diesem Jahr zusammen die Offshore-Veranstaltung OBMC am 24. und 25. September 2013. Referenten des dänischen Windindustrie-Verbandes und des Offshore-Netzwerks Offshorenergy.dk informieren das Fachpublikum über Marktrahmenbedingungen im Nachbarland. Außerdem werden für die interessierten Konferenzteilnehmer gezielte Matchmaking-Gespräche organisiert, bei denen nach Angabe der gewünschten Branche und anderer fachbezogener Daten ein kurzes Gespräch mit möglichen Geschäftspartnern arrangiert wird. Bei Exkursionen zu den dänischen Offshore-Häfen Esbjerg und Havneby auf Rømø gibt es weitere Möglichkeiten zur Anbahnung von Geschäftsbeziehungen. Außerdem wird eine Exkursion zum Bildungszentrum für erneuerbare Energien (BZEE) in Husum angeboten.

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© IWR, 2013