Schweizer Axpo steigert Erträge aus erneuerbaren Energien
Baden - Die Schweizer Axpo Gruppe hat im ersten Halbjahr 2015/16 mit einem Unternehmensergebnis von 350 Mio. CHF abgeschlossen. Die Transformation der Axpo Gruppe schreitet unterdessen voran, der Ausbau der erneuerbaren Energien und das europäische Kundengeschäft tragen bereits substantiell zum Resultat der Gruppe bei.
Angesichts der schwierigen Marktbedingungen in der Schweiz und in Europa ist die Axpo Gruppe mit dem Finanzergebnis zufrieden. Obwohl die tiefen europäischen Grosshandelspreise dem Unternehmen weiter zusetzen, gibt es auch Lichtblicke, so das Unternehmen.
Stromverkauf aus konventioneller, nicht subventionierter Produktion nicht mehr profitabel
Die zahlreichen staatlichen Eingriffe in den Energiemarkt im In- und Ausland haben nach Einschätzung der Axpo in den vergangenen Jahren zu massiven Marktverzerrungen geführt, so dass der Stromverkauf aus konventioneller, nicht subventionierter Produktion nicht mehr profitabel ist. Axpo hat deshalb einen fundamentalen Wandel eingeleitet und die Strategie konsequent auf die veränderten Marktbedingungen ausgerichtet. Den Fokus legt sie auf das Kostenmanagement und die Erschließung neuer Ertragsquellen.
Beitrag aus erneuerbaren Energien überholt Erträge aus konventioneller Erzeugung
Die Auswirkungen des Wandels zeigen sich deutlich im operativen Ergebnis des ersten Halbjahres (1. Oktober 2015 bis 31. März 2016): Die Erträge aus den erneuerbaren Energien steigen kontinuierlich an. Bereits im kommenden Geschäftsjahr rechnet Axpo damit, mehr Geld aus erneuerbaren Energien zu verdienen als aus konventioneller Energieproduktion. Durch gezielte Investitionen in erneuerbare Energien hat Axpo diesen Wandel angetrieben.
Tiefe Strompreise drücken Ergebnisse
Die Gesamtleistung des ersten Halbjahres liegt mit 3‘045 Mio. CHF knapp unter jener des Vorjahrs (3‘189 Mio. CHF), das Betriebsergebnis ist mit 372 Mio. CHF hingegen deutlich kleiner als im Vorjahr (623 Mio. CHF). Hauptgrund sind die weiter sinkenden Großhandelspreise und Marktverzerrungen infolge der Stromerzeugung vor allem in Deutschland, tiefer internationaler Primärenergiepreise (Kohle-, Gas- und Ölpreis) sowie tiefer CO2-Preise. Hinzu kommt der Stillstand von Block 1 des Kernkraftwerks Beznau. Dem gegenüber stehen die Erträge aus den Strompreisabsicherungsgeschäften, die den Effekt der sinkenden Strompreise teilweise kompensieren konnten.
Ein verbessertes Finanzergebnis (das Vorjahr beinhaltete signifikante Wechselkursverluste durch den tieferen Euro) sowie deutlich tiefere Ertragssteuern führten schließlich zu einem Unternehmensergebnis von 350 Mio. CHF (Vorjahr 429 Mio. CHF).
Axpo baut Portfolio im Bereich erneuerbare Energien aus
Mit dem Kauf des deutschen Windparkentwicklers Volkswind GmbH ist Axpo im vergangenen Halbjahr auch in das Geschäft mit der Entwicklung und dem Bau von Windparks eingestiegen. Axpo hält zudem knapp 25% am Offshore-Windpark Global Tech I. Zusätzlich zum großen Produktionspark an erneuerbarer Wasserkraft in der Schweiz hat Axpo den Bereich Biomasse ausgebaut. Im Bereich Solarenergie hat die Axpo Tochter CKW ein deutliches Zeichen gesetzt: Der Zentralschweizer Energiedienstleister hat den Tarif für Solarstrom um 5 Rappen pro Kilowattstunde gesenkt und wird so zum günstigsten Solarstromanbieter schweizweit. CKW will so die Nachfrage nach Sonnenstrom ankurbeln.
Quelle: IWR Online
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