02.08.2013, 14:07 Uhr

Strom: Erste Kraftwerke bekommen die Hitze zu spüren

Münster – Seit der letzten Woche hat eine Hitzewelle Deutschland im Griff, in den nächsten Tagen werden erneut Rekordtemperaturen erwartet. Die Temperaturen lassen die Kraftwerke der deutschen Versorger ebenfalls nicht kalt. Vereinzelt musste die Produktion bereits gedrosselt werden. Kein Vergleich zu 2010 und dem Jahrhundertsommer 2003: Seinerzeit wurde die Stromversorgung stark beeinträchtigt.

Im Hochsommer laufen die Kraftwerke nicht in akute Gefahr im großen Stil zurückgefahren werden zu müssen. Ein Pressesprecher vom Energieversorger Eon erklärte auf Anfrage, dass die derzeit erhöhten Wassertemperaturen den Betrieb der eigenen Kraftwerke nicht beeinträchtigen. Er wies darauf hin, dass in der Vergangenheit nur in Folge meteorologischer Extremsituationen Produktionsengpässe entstanden seien.

AKW Unterweser ohnehin nicht am Netz

Außerdem sei das Kernkraftwerk Unterweser, dem lange und heiße Trockenperioden immer zuerst zugesetzt hatten, nicht mehr am Netz. Dennoch hieß es von Eon gegenüber der „Welt“, dass das 846-Megawatt Gaskraftwerk Irsching-5 am Freitag und Samstag letzter Woche mit um 100 Megawatt reduzierter Kraft betrieben werden müsste, da beim heißen Wetter Luft und Gas expandieren, was zu einem schlechteren Wirkungsgrad der Verbrennung führt.

Bei der EnBW Baden-Württemberg AG sind ebenfalls hitzebedingte Leistungseinbußen aufgetreten. Nach Angaben der „Welt“ müssten drei der eigenen Steinkohlekraftwerke um 205 Megawatt gedrosselt werden. Beim Kraftwerkbetreiber RWE AG hingegen hat sich bisher nach Angaben des Unternehmens keine Gefährdung der Leistungssicherung der Kraftwerke ergeben.

Stromversorgung: Kraftwerks-Ausweichpläne wegen Hitze

Aktuell müssten sich Kraftwerkbetreiber wieder mit möglichen Ausweichplänen beschäftigen. Medienberichten zufolge gilt eine Wassertemperatur in der Größenordnung von 28 Grad Celsius für einen ökologisch verträglichen Kraftwerksbetrieb als grenzwertig. Dies war bereits 2010 der Fall. Ab derartigen Temperaturwerten kann die Kühlwasser-Entnahme zur Überhitzung des Flusswassers führen, was einen tödlichen Sauerstoffmangel für Lebewesen in den angrenzenden Flüssen bedeuten kann. Obwohl eine Weiterführung des Betriebs ab dieser Grenzmarke noch beantragt werden kann, könnte eventuell eine Drosselung der Leistung oder Entnahme des Kraftwerks vom Netz erfolgen. Für solche besondere Wetterereignisse sind jedoch manche Kraftwerke dazu ausgerüstet mittels ihrer Kühltürme auf einen Kreislaufbetrieb umschalten zu können, wodurch die Einleitung von erhitzten Wassermengen in die Flüsse vermieden werden kann. 2003 mussten einige Meiler vom Netz genommen werden, will die Flüsse schlichtweg zu wenig Wasser führten.

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