07.01.2014, 12:01 Uhr

Studie sucht Lösung bei Konflikten um dezentrale Energieanlagen

Kassel – Der Großteil der deutschen Bevölkerung steht hinter der Energiewende. Sollen jedoch Windkraft- oder Biogasanlagen in der unmittelbaren Nachbarschaft errichtet werden, kann sich die Befürwortung erneuerbarer Energien schnell in Luft auflösen.

Ein Projekt der Universität Kassel entwickelt nun ein Projekt, um die Akzeptanz mittels transparenterer Planungs- und Genehmigungsverfahren zu erhöhen.

Konflikte durch unzureichende Öffentlichkeitsbeteiligung

Das im April 2013 gestartete Projekt „Entscheidungen über dezentrale Energieanlagen in der Zivilgesellschaft“ (Dezent Zivil) will die Entwicklung von Konflikten verstehen und Lösungsvorschläge anbieten. „Die im Rahmen der Energiewende geplanten und in Betrieb genommenen dezentralen Energieanlagen rufen nicht selten den Widerstand der örtlichen Bevölkerung hervor, da sie oftmals an Standorten errichtet werden, die keinerlei erlebte Erfahrung mit technischen und industriellen Anlagen haben“, erläutert Prof. Dr. Alexander Roßnagel, Leiter des Fachgebiets Öffentliches Recht und Projektverantwortlicher. „Konflikte entstehen dabei häufig durch eine unzureichende Öffentlichkeitsbeteiligung.“

Verbesserte Verfahren sollen für mehr Akzeptanz sorgen

Der Lösungsvorschlag: Durch eine frühzeitige Einbeziehung der Bürger in den Genehmigungs- und Entscheidungsprozess soll die Akzeptanz verbessert werden. Forschungsgegenstand sind verschiedene Planungs- und Genehmigungsverfahren von Windenergie- und Biomasseanlagen in Baden-Württemberg. Diese sollen so fortentwickelt werden, dass sie für die Bevölkerung leichter nachvollziehbar werden.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit des Fachgebiets Öffentliches Recht der Universität Kassel und dem Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main sowie dem team ewen aus Darmstadt umgesetzt. Das Forschungsvorhaben wird durch das Staatsministerium Baden-Württemberg, das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sowie den Naturschutzbund unterstützt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Arbeiten der Universität Kassel mit knapp 370.000 Euro.

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