Südkorea schließt alte Kohlekraftwerke
Seoul – Südkorea plant die Abschaltung von zehn älteren Kohlekraftwerken bis zum Jahr 2025. So sollen die Klimaschutzziele von Paris eingehalten sowie die Feinstaubbelastung im Land reduziert werden. Doch aufgrund bereits bestehender Genehmigungen für neue Kraftwerke wird sich das Land vorerst nicht aus der Kohlevertstromung verabschieden.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, will Südkorea vor allem ältere Kohlekraftwerke wegen der Feinstaubbelastung vom Netz nehmen. In Südkorea werden derzeit etwa 40 Prozent des Stroms von Kohlekraftwerken abgedeckt. Zudem hat das Land bereits dem Bau von 20 neuen Kohlekraftwerken zugestimmt. Weitere neue Kraftwerks-Projekte auf Basis von Kohle solle es darüber hinaus aber nicht mehr geben.
Kohle: Zehn alte Kraftwerke abschalten und 20 neue Kraftwerke erlauben
Das zuständige Ministerium habe vor allem auf die Probleme beim Feinstaub hingewiesen. Wegen der zunehmenden Sorgen um die Feinstaubbelastung soll der Anteil des Kohlestroms zukünftig reduziert werden, so das Ministerium. Südkorea verfolgt zudem beim Klimaschutz das Ziel, die Emissionen bis zum Jahr 2030 um 37 Prozent gegenüber einer "Business as usual"-Entwicklung zu senken. Der Reduzierung des Kohlestrom-Anteils sorge für CO2-Einsparungen um sechs Prozent. Allerdings hat Südkorea bereits 20 neue Kohlekraftwerke bis zum Jahr 2022 genehmigt. Weitere Projekte darüber hinaus soll es nicht mehr geben. Laut Energieminister Joo Hyung-hwan solle der Anteil der Kohlekraftwerks-Kapazitäten bis 2029 vor derzeit 28 auf gut 26 Prozent sinken.
Südkorea mit hoher Abhängigkeit von Energieimporten
Südkorea zählt bei einer Bevölkerung von rund 50 Millionen Menschen zu den zehn größten Energieverbrauchern der Welt. Aufgrund fehlender eigener Energieträger ist das Land fast vollständig von Energieimporten abhängig. Südkorea setzt bei der Energiewende im Land vor allem auf Solartechnologie, Offshore-Windkraft und innovative Wasserkraftlösungen wie der energetischen Nutzung von Meeresgezeiten. Ein weiteres interessantes Feld ist der Bioenergie-Sektor. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Primärenergieversorgung soll bis 2035 auf elf Prozent ansteigen.
Quelle: IWR Online
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