04.09.2014, 11:12 Uhr

Verband fordert Einstufung von Wasserstoff als Biokraftstoff

Berlin - Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) und die Windwasserstoff-Initiative performing energy (PE) sehen den aus regenerativen Energien erzeugten Wassertoff ausgegrenzt und fordern eine Erweiterung des Begriffs "Biokraftstoffe". Dazu wäre aber eine gesetzliche Anpassung notwendig.

Damit die Umsetzung der Energiewende gelingt und die Klimaziele in Deutschland erreicht werden können, ist nach Ansicht des Wasserstoff-Verbandes DWV die Einbeziehung von Straßenverkehr und Transportwesen dringend erforderlich. Wasserstoff zählt derzeit nicht zu den Biotreibstoffen. Das soll sich ändern.

Regenerativ erzeugter Wasserstoff soll als Biokraftstoff deklariert werden

Nach Ansicht des DWV und der Wasserstoff-Initiative ist es dringend erforderlich, die Definition des Begriffs „Biokraftstoffe“ um „durch Elektrolyse erzeugten Wasserstoff, dessen aufgenommene Energie nachweislich aus erneuerbaren Energiequellen stammt“, zu erweitern.

Wasserstoff, der mit Wind- oder Solarstrom produziert wird, ist nicht nur in der Lage, die Versorgungssicherheit im Stromsektor zu erhöhen, so der DWV. Dem grünen Wasserstoff (auch: Speichergas, Power-to-Gas, Windgas, oder EE-Wasserstoff) würde damit ein gleichberechtigter Marktzugang gewährt, und Windkraft- und Solaranlagen können durch den Einsatz dieser „strombasierten Kraftstoffe“ ebenfalls zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Verkehr beitragen. „Mobilität ist zu 20 Prozent an den CO2-Emissionen beteiligt,“ so Werner Diwald, Vorstandsvorsitzender des DWV und Sprecher der Initiative performing energy.

Forderung: Markteinführung von Power-to-Gas nicht blockieren

Die Nutzung von Wasserstoff, der unter Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt worden ist, bietet im Straßenverkehr, in der Schifffahrt und auch in anderen Bereichen des Transportwesens deutliche Klimaschutzvorteile gegenüber konventionellen Technologien und wird die Kostenentwicklung der Energiewende dämpfen, so der Verband. „Wasserstoff als Energieträger lässt Strom und Mobilität zu einem kommunizierenden System werden und kann so zur Versorgungssicherheit, zur Wirtschaftlichkeit, zum Umweltschutz und damit auch zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland beitragen“, so Diwald weiter.

Diwald fordert eine Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG). Sollte Wasserstoff bei den beabsichtigten Gesetzesänderungen nicht berücksichtigt werden, bestehe die Gefahr, dass die Markteinführung von Power-to-Gas in unnötiger Weise blockiert wird, warnt der Branchenexperte.

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