04.02.2014, 10:57 Uhr

Vestas wieder in der Gewinnzone – Aktie fällt

Aarhus, Dänemark – Der dänische Windenergieanlagen-Hersteller hat einen langen Weg der Restrukturierung hinter sich. Doch dieser Weg scheint sich gelohnt zu haben: Die Zahlen für das Gesamtjahr 2013 liegen über den eigenen Prognosen.

Zudem hat der Anlagen-Hersteller im Schlussquartal 2013 unter dem Strich nach zuvor neun verlustreichen Quartalen wieder einen Nettogewinn erzielt. Doch gleichzeitig will Vestas eine Kapitalerhöhung durchführen. Eine Maßnahme, die die Aktionäre mit Verkäufen quittieren.

Free Cash Flow steigt 2013 auf über eine Milliarde Euro

Die Gesamtjahres-Zahlen von Vestas für 2013 liegen in wichtigen Kennziffern über den jüngsten Prognosen des Unternehmens. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Vestas einen Umsatz von 6,08 Mrd. Euro erzielt (2012: 7,22 Mrd. Euro). Dem steht eine Umsatzprognose von 5,5 Mrd. Euro gegenüber. Das EBIT vor Sondereffekten (EBIT before special items) beträgt für das Jahr 2013 211 Mio. Euro (2012: 4 Mio. Euro). Das entspricht einer Marge von 3,5 Prozent (2012: 0,1 Prozent). Anvisiert hatte Vetsas zuletzt eine EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von Minimum zwei Prozent. Der Free Cash Flow betrug für das Jahr 2013 1,01 Mrd. Euro (2012: -359 Mio. Euro). Die jüngste Zielvorgabe in Höhe von einer Milliarde Euro wurde damit ebenfalls leicht übertroffen. Unter dem Strich hat Vestas in 2013 einen Verlust in Höhe von 82 Mio. Euro erzielt (2012: -963 Mio. Euro).

Nettogewinn im Schlussquartal 2013

Auch im vierten Quartal sind die Zahlen positiv ausgefallen. Trotz eines geringeren Umsatzes in Höhe von 2,36 Mrd. Euro (Q4 2012: 2,51 Mrd. Euro) war das Schlussquartal 2013 deutlich profitabler als das vierte Quartal 2012. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten konnte auf 10,2 Prozent verbessert werden (Q4 2012: 6,2 Prozent). Zudem wurde erstmals seit dem zweiten Quartal 2011 wieder ein Nettogewinn verbucht. Dieser beläuft sich für das vierte Quartal 2013 auf 218 Mio. Euro (Q4 2012: -618 Mio. Euro).

Zweijähriger Turnaround abgeschlossen?

Für Vestas ist 2013 das finale Jahr des zweijährigen Turnarounds gewesen. Gegenüber Ende 2011 hat das Unternehmen den Mitarbeiterbestand um 32 Prozent von etwa 22.700 auf rund 15.500 gekürzt. Die Fixkosten sanken beträchtlich. Anders Runevad, seit August 2013 CEO und Präsident von Vestas, erklärte, dass insbesondere die zweistellige EBIT-Marge im Schlussquartal 2013 sowie der hohe Free Cash Flow im Gesamtjahr zu den wichtigsten Leistungen zählen, welche den Vestas-Mitarbeitern zu verdanken seien. Im Jahr 2014 will Vestas nach dem aktuellen Stand mindestens sechs Mrd. Euro umsetzen und die EBIT-Marge auf mindestens fünf Prozent hochschrauben. Das Ziel beim Free Cash Flow fällt mit mindestens 300 Mio. Euro etwas bescheidener aus als im Vorjahr.

Kredit und Kapitalerhöhung

In Sachen Finanzierung war Vestas ebenfalls aktiv. Neben einem neuen fünfjährigen Kredit von einem Bankenkonsortium aus Nordea, DNB, HSBC und SEB in Höhe von 850 Mio. Euro will Vestas eine Kapitalerhöhung durchführen. Bei der knapp zehn-prozentigen Anhebung sollen 20,37 Mio. neue Aktien ausgegeben werden. Professionelle und institutionelle Anleger in Dänemark und im Ausland sollen zum Zuge kommen. Die Einnahmen aus dieser Kapitalmaßnahme will Vestas nutzen, um größere finanzielle Flexibilität zu erlangen. Die letzte Kapitalerhöhung fand im April 2009 statt.

Aktie fällt

Die Aktionäre reagieren auf diese Ansage verschnupft: Die Aktie fällt im Handel am Dienstag um bislang 4,6 Prozent auf 22,72 Euro (Stand 04.02.2014, 10:08 Uhr). Die Aktie des dänischen Unternehmens zählte im weltweiten Aktienindex der Regenerativen Energiewirtschaft RENIXX World im Jahr 2013 zu den Aktienstars. Der Kurs des Wertpapiers hatte sich nahezu verfünffacht. Auch im Januar 2014 setzte sich der Aufschwung fort: Die Aktie verteuerte sich binnen Monatsfrist um weitere 14 Prozent auf knapp 25 Euro.

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