15.01.2026 16:31 Uhr

Speichermarkt im Aufwind

Speichermarkt im Aufwind:Strukturwandel - Voltfang bringt ersten Batteriespeicher in die NRW-Braunkohleregion


© Voltfang

Aachen/Alsdorf - Die Stadt Alsdorf schreibt ein neues Kapitel der Energiegeschichte im Rheinischen Revier: Mit dem ersten netzdienlichen Großbatteriespeicher der ehemaligen Braunkohleregion Nordrhein-Westfalens ist ein zentrales Zukunftsprojekt ans Netz gegangen. Realisiert wurde die Anlage vom Aachener Cleantech-Unternehmen Voltfang für den Betreiber Icecreek Energy. Der Speicher hat eine Kapazität von 20 Megawattstunden (MWh) und eine Leistung von 9,5 Megawatt (MW).

Der Speicher ist direkt an das Mittelspannungsnetz des lokalen Verteilnetzbetreibers Regionetz angebunden und übernimmt gleich mehrere Schlüsselrollen im Energiesystem: Er stellt Regelenergie bereit, gleicht Preisschwankungen am Strommarkt aus und unterstützt das lokale Engpassmanagement.

Auch für die Kommune ist das Projekt ein Gewinn. Durch die im Jahressteuergesetz 2024 vorgesehene Regelung verbleiben künftig 90 Prozent der Gewerbesteuereinnahmen aus Energiespeicheranlagen bei der Standortkommune. Damit entstehen neue finanzielle Spielräume, etwa für soziale Infrastruktur, Pflichtaufgaben oder den Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur.

Alsdorfs Bürgermeister Tim Krämer betont die Bedeutung des Projekts für Stadt und Region: „Voltfang zeigt, wie die Energiewende vor Ort gelingen kann und wie Kommunen dazu beitragen können. Mit Großspeichern, aus europäischer Fertigung, wird hier eine tragende Säule für eine dezentrale und resiliente Energieversorgung geschaffen. Es zeigt auch, wie Innovation, Nachhaltigkeit und kommunale Interessen erfolgreich zusammengeführt werden“.

Für Voltfang ist das Projekt ein wichtiger Meilenstein und Referenzstandort für weitere Großspeicher in Deutschland. „Die Umsetzung von Projekten in dieser Größenordnung erfordert gute Planung, skalierbare Batteriekompetenz und solide Finanzierung. Gemeinsam mit Icecreek Energy, Regionetz und der Stadt Alsdorf haben wir gezeigt, dass Voltfang alle relevanten Akteure an einen Tisch bringen kann und damit einen messbaren Beitrag zur Energiewende leistet“, sagt David Oudsandji, Mitgründer und CEO von Voltfang.

Der Standort Alsdorf ist erst der Anfang. Vier weitere Speicherprojekte von Voltfang sollen 2026 in den Bau gehen. Grundlage ist eine langfristige Partnerschaft mit institutionellem Kapital, die bis 2029 Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe vorsieht. Ziel ist es, systemdienliche Batteriespeicher schnell und standardisiert in ganz Deutschland zu realisieren – als neues Rückgrat einer dezentralen, resilienten Energieversorgung.

Ende 2025 waren in Deutschland nach den Daten des Marktstammdatenregisters der BNetzA Batteriespeicher mit einer Leistung von rd. 15.500 MW und einer Batteriespeicherkapazität von rd. 26.200 MWh in Betrieb.

Quelle: IWR Online
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Batteriespeicher, Voltfang