Medien am Sonntag: 6 von 17 Atomkraftwerken stehen in Deutschland still – Klimapolitik auf Grönland und Solarfirmen vor Fusionswelle
Münster – Die Atomenergie in verschiedenen Facetten war am letzten Wochenende ein beherrschendes Thema in den Medien. Der im Bau befindliche Druckwasser-Reaktor in Finnland bereitet Areva Probleme, so die Börsenzeitung (Sa.,11.08.2007) und die FAZ schreibt, dass der kommerzielle Betrieb wegen der überraschend „langsamen Gangart der finnischen Atomaufsichtsbehörde“ erst 2011 (ursprünglich 2009) beginnen kann. Die entstehenden Mehrkosten gibt die FAZ mit bis zu 600 Mio Euro an, die Börsenzeitung nennt bis zu 700 Euro, die an Rückstellungen vorgenommen worden seien.
Sechs von 17 Atomkraftwerken sind derzeit wegen meldepflichtiger Ereignisse stillgelegt, zitiert die FAZ im Artikel „Vorfall im bayerischen Atomkraftwerk“ die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Ruth Paulig. Viel Geld kostet der Stillstand des Atommeilers Biblis den RWE-Konzern. Der Meiler war letztes Jahr wegen falsch montierter Dübel vom Netz genommen worden, die aufgelaufenen Belastungen sollen laut Süddeutscher Zeitung (11.08.2007) derzeit bereits 680 Mio Euro betragen.
„Kein Konzept für das Endlager“ tituliert die Welt am Sonntag (WamS) und zeigt auf, dass es weltweit kein genehmigtes Endlager für hoch radioaktive Abfälle gibt. In Deutschland werden bis 2040 rd. 24.000 Kubikmeter hoch radioaktiven Atommülls anfallen. Ein Knackpunkt sei, ob man die Abfälle für immer und ewig einschließt oder sich eine Option für eine spätere Nutzung in abgewandelter Form offen hält.
Nukleartechnische Kompetenz fordert „Die Welt“ in ihrem Leitartikel und untermauert diese Forderung in einem wissenschaftlichen Teil zur Kernenergie. Deutschland schaue bei der Entwicklung zu. Russland wolle schwimmende Atomkraftwerke bauen, die USA würden Mini-Kraftwerke entwickeln und Frankreich forsche an der übernächsten Generation von Reaktoren. Nur mit Kernenergie lasse sich Wasserstoff wettbewerbsfähig produzieren, heißt es.
Sündenbock Biokraftstoffe: Nach Milch, Fleisch und Brot sind die Biokraftstoffe auch für steigende Bierpreise verantwortlich
Die Biokraftstoffe sind jetzt auch für die angekündigten Steigerungen des Bierpreises verantwortlich. So sieht es der Geschäftsführer von Carlsberg Deutschland, Wolfgang Burgard, in der „Welt“ vom 11. August 2007. Demnach seien die Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln von den Energiepflanzen vereinnahmt. Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) vom gleichen Tag begründet den Anstieg mit höheren Energie-, Arbeits- und Rohstoffkosten. Nach Missernten und schlechten Prognosen für dieses Jahr habe sich die Lage zugespitzt. Die Rohstoffkosten machen nach Angaben der SZ bei einem Zehn-Liter-Kasten Bier aber gerade einmal 51 Cent aus.
Klimapolitik: Merkel und Gabriel reisen nach Grönland, EU: Emissionshandel für Autobranche, Atombranche als Klimaschützer
Aus erster Hand wollen sich Bundeskanzlerin Merkel und Bundesumweltminister Gabriel über die Auswirkungen des Klimawandels informieren, so die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Es geht aber auch um die Entscheidungen zum Klimapakt, die Ende August in einer Kabinettsklausur in Meseberg getroffen werden sollen. Die Bundeskanzlerin wird dann laut Süddeutscher Zeitung (11.08.2007) nach China und Japan reisen, um sich mit „Nachdruck“ für eine Kyoto-Nachfolgeregelung nach 2012 einzusetzen.
Die EU-Kommission diskutiert nach der Zeitschrift „Euro am Sonntag“ vom 12. August 2007 über ein Bonus-Malus-System für die Autobranche. Matthias Wissman, Präsident des VDA, warnt vor einem „finanziellen Verschiebebahnhof“ und wies Einheitswerte für CO2-Obergrenzen pro Kilometer zurück. Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen sieht in dieser Regelung die kostengünstigste Art den durchschnittlichen Flottenverbrauch auf die angepeilten 130 Gramm CO2 pro Kilometer zu reduzieren. Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe gehen die Pläne der Kommission nicht weit genug und fordert feste Grenzwerte und Verbote bei Überschreitung.
Als Klimaschützer sieht sich jetzt auch die Atomindustrie und hat nach Angaben der Süddeutschen Zeitung eine neue Internetadresse www.klimaschuetzer.de aktiviert.
Erneuerbare Energien: Solarfirmen vor Finanzkrise?
In der deutschen Solarbranche wachse der Druck zur Konsolidierung, schreibt die Welt am Sonntag in ihrem Artikel "Kleinen Solarfirmen droht eine schwere Finanzkrise". Die Unternehmen müssten ihre Kosten um bis zu acht Prozent jährlich reduzieren, trotz sinkender Förderung. Das sei nicht von allen Firmen zu schaffen. Als Übernahmekandidaten werden wegen der zu kurzen Wertschöpfungskette Sunways und Ersol genannt, so die WamS. Q-Cells und Solar World seien besser aufgestellt. Solarfirmen mit Exportaktivitäten hätten es insgesamt besser.
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Quelle: iwr/13.08.07/
Sechs von 17 Atomkraftwerken sind derzeit wegen meldepflichtiger Ereignisse stillgelegt, zitiert die FAZ im Artikel „Vorfall im bayerischen Atomkraftwerk“ die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Ruth Paulig. Viel Geld kostet der Stillstand des Atommeilers Biblis den RWE-Konzern. Der Meiler war letztes Jahr wegen falsch montierter Dübel vom Netz genommen worden, die aufgelaufenen Belastungen sollen laut Süddeutscher Zeitung (11.08.2007) derzeit bereits 680 Mio Euro betragen.
„Kein Konzept für das Endlager“ tituliert die Welt am Sonntag (WamS) und zeigt auf, dass es weltweit kein genehmigtes Endlager für hoch radioaktive Abfälle gibt. In Deutschland werden bis 2040 rd. 24.000 Kubikmeter hoch radioaktiven Atommülls anfallen. Ein Knackpunkt sei, ob man die Abfälle für immer und ewig einschließt oder sich eine Option für eine spätere Nutzung in abgewandelter Form offen hält.
Nukleartechnische Kompetenz fordert „Die Welt“ in ihrem Leitartikel und untermauert diese Forderung in einem wissenschaftlichen Teil zur Kernenergie. Deutschland schaue bei der Entwicklung zu. Russland wolle schwimmende Atomkraftwerke bauen, die USA würden Mini-Kraftwerke entwickeln und Frankreich forsche an der übernächsten Generation von Reaktoren. Nur mit Kernenergie lasse sich Wasserstoff wettbewerbsfähig produzieren, heißt es.
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Die Biokraftstoffe sind jetzt auch für die angekündigten Steigerungen des Bierpreises verantwortlich. So sieht es der Geschäftsführer von Carlsberg Deutschland, Wolfgang Burgard, in der „Welt“ vom 11. August 2007. Demnach seien die Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln von den Energiepflanzen vereinnahmt. Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) vom gleichen Tag begründet den Anstieg mit höheren Energie-, Arbeits- und Rohstoffkosten. Nach Missernten und schlechten Prognosen für dieses Jahr habe sich die Lage zugespitzt. Die Rohstoffkosten machen nach Angaben der SZ bei einem Zehn-Liter-Kasten Bier aber gerade einmal 51 Cent aus.
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Die EU-Kommission diskutiert nach der Zeitschrift „Euro am Sonntag“ vom 12. August 2007 über ein Bonus-Malus-System für die Autobranche. Matthias Wissman, Präsident des VDA, warnt vor einem „finanziellen Verschiebebahnhof“ und wies Einheitswerte für CO2-Obergrenzen pro Kilometer zurück. Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen sieht in dieser Regelung die kostengünstigste Art den durchschnittlichen Flottenverbrauch auf die angepeilten 130 Gramm CO2 pro Kilometer zu reduzieren. Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe gehen die Pläne der Kommission nicht weit genug und fordert feste Grenzwerte und Verbote bei Überschreitung.
Als Klimaschützer sieht sich jetzt auch die Atomindustrie und hat nach Angaben der Süddeutschen Zeitung eine neue Internetadresse www.klimaschuetzer.de aktiviert.
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Quelle: iwr/13.08.07/