Frankreich: Erste Windturbine für 500-MW-Offshore-Windpark Dieppe Le Tréport installiert

© Ocean Winds
Dieppe – Der Ausbau der Offshore-Windenergie in Frankreich erreicht einen weiteren Meilenstein. Ocean Winds hat die erste Windturbine des Offshore-Windparks Dieppe Le Tréport installiert. Das Projekt mit einer Gesamtleistung von 500 Megawatt (MW) soll nach Fertigstellung Strom für rund 850.000 Menschen erzeugen und in den kommenden Wochen die erste Stromproduktion aufnehmen.
Mit dem Projekt Dieppe Le Tréport treibt Frankreich den Aufbau seiner Offshore-Windkapazitäten weiter voran. Nach einer ersten Ausbauphase mit fest gegründeten Offshore-Windparks setzt das Land zunehmend auf größere Projekte sowie künftig auch auf schwimmende Offshore-Technologien. Frankreich verfolgt mit neuen Ausschreibungen industriepolitische Ziele und will eine europäische Wertschöpfungskette für Offshore-Windenergie etablieren.
Offshore-Windpark Dieppe Le Tréport geht in Phase der Stromerzeugung über
Die Installation der ersten Turbine markiert den Übergang von der Bau- in die Betriebsphase des Projekts. Ocean Winds entwickelt den Windpark und führt die Umsetzung als Mehrheitsgesellschafter. Das Unternehmen ist ein Gemeinschaftsunternehmen von EDP Renewables und Engie.
Nach Angaben von Ocean Winds schreitet der Offshore-Windenergieausbau in Frankreich derzeit mit mehreren Projekten parallel voran. Seit Anfang 2026 hat das Unternehmen den Offshore-Windpark Îles d’Yeu et de Noirmoutier vollständig in Betrieb genommen und beim schwimmenden Offshore-Windprojekt Éoliennes Flottantes du Golfe du Lion die erste Stromerzeugung erreicht.
Frankreich setzt auf europäische Lieferkette für Offshore-Windprojekte
Das Projekt Dieppe Le Tréport basiert auf einer europäischen Industrie- und Lieferkette. Die Windturbinen liefert Siemens Gamesa (SG 8.0-167 DD) mit je 8 MW Leistung, wobei Gondeln und Rotorblätter überwiegend im Werk Le Havre gefertigt werden. Turmsegmente entstehen in Bilbao und werden in Brest vormontiert. Die Fundamente werden im spanischen Fene hergestellt und für die Installation in Cherbourg zwischengelagert.
Die Offshore-Umspannplattform wurde bei Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire gebaut, die Seekabel stammen aus Griechenland. Die Offshore-Installationsarbeiten übernehmen unter anderem die Unternehmen Jan De Nul (und DEME. Zahlreiche Häfen entlang der französischen Küste unterstützen die Logistik des Projekts.
Über die Offshore-Windenergie in Frankreich
Frankreich verfügt derzeit über eine installierte Offshore-Windkraftleistung von knapp 2.000 MW (2 GW). Der Bestand wird bislang nahezu vollständig durch fest gegründete Offshore-Windparks getragen. Mit dem schwimmenden Offshore-Windprojekt Éoliennes Flottantes du Golfe du Lion erreicht auch die Floating-Offshore-Technologie die nächste Entwicklungsstufe.
Für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie hat Frankreich 2026 eine Ausschreibung über rund 10 GW neue Offshore-Windkraftleistung gestartet. Das Verfahren umfasst sowohl fest gegründete Offshore-Windparks als auch schwimmende Projekte und soll den Ausbau der Offshore-Kapazitäten in Frankreich deutlich beschleunigen.
Neben dem Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung verfolgt Frankreich mit der Offshore-Windstrategie auch industriepolitische Ziele. Die Regierung setzt auf den Aufbau einer europäischen Wertschöpfungskette für Offshore-Windenergie, von der Turbinenfertigung über maritime Infrastruktur bis zur Installation und Wartung der Anlagen. Projekte wie Dieppe Le Tréport sollen dabei den Ausbau der Offshore-Windenergie mit industrieller Entwicklung und regionaler Wertschöpfung verbinden.
Quelle: IWR Online
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