20.10.2011, 17:21 Uhr

Frankreich: Pilotanlage für Biokraftstoffe der zweiten Generation eröffnet

Berlin - Am 11. Oktober 2011 wurde die erste Pilotanlage für Biokraftstoffe in Pomacle-Bazancourt, in der Nähe von Reims (Marne), eröffnet. In der Anlage wird Bioethanol der zweiten Generation durch Fermentierung hergestellt. Dazu werden Pflanzenrohstoffe genutzt, die nicht für Ernährungszwecke bestimmt sind, wie z.B. Stroh, Holz, Abfälle aus der Landwirtschaftsindustrie oder Miscanthus. Seit 2008 arbeiten nach Angaben der französischen Botschaft in Berlin elf Organisationen aus Industrie und Forschung mit zwölf Forscherteams an dem Futurol darunter das INRA (französisches Institut für Agrarforschung), das IFP (französisches Erdölinstitut), das ONF (Landesamt für Wälder) und Total. Die verschiedenen Partner arbeiten demnach im Konsortium "Procethol 2G" zusammen, um die gesamte Branche voranzutreiben. Das Projekt werde mit insgesamt 76,4 Millionen Euro gefördert, davon stammen 29,9 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln der OSEO.

Bei dem Prozess der Fermentation entspricht nach Angaben der Projektpartner jedem Pflanzenrohstoff ein Enzym. In einer speziellen Produktionseinheit werden demzufolge Enzyme hergestellt, die die Umwandlung von Pflanzen in einfachen Zucker ermöglichen. Dieser Zucker wird anschließend durch Hefe in Destillationssäulen in Alkohol umgewandelt. Die Anlage soll über 8 Jahre am Standort Pomacle-Bazancourt getestet werden. Das Ziel des Projektes Futurol bestehe darin, bis 2016 - 2020 ein Industrieverfahren auf den Markt zu bringen, mit dem jährlich 180 Millionen Liter Bioethanol zu einem Preis von maximal 50 Cent pro Liter produziert werden können.

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