28.09.2015, 12:31 Uhr

Geothermie-Anlage in Bayern erwirtschaftet Gewinne 14 Jahre zu früh

Augsburg/Berlin/Unterschleißheim - Die GTU Geothermie Unterschleißheim AG schreibt deutlich früher als erwartet schwarze Zahlen. Die Pionier-Anlage in Bayern liefert Fernwärme aus Tiefengeothermie und ist 2003 ans Netz gegangen. Mit schwarzen Zahlen hatte man ursprünfglich erst 2028 gerechnet.

Auf diesen wirtschaftlichen Erfolg der hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Stadt Unterschleißheim weisen nun das Wirtschaftsforum Geothermie e.V. (WFG) und der Bundesverband Geothermie e.V. (BVG) hin. Der GTU-Vorstand hatte den Aufsichtsrat in seiner jüngsten Sitzung über einen fünfstelligen Gewinn informiert.

Schwarze Zahlen der Geothermie-Anlage eigentlich erst 2028 erwartet

Dr. Erwin Knapek, Vorsitzender des WFG und Präsident des BVG, gratulierte: „Die Stadt Unterschleißheim zeigt, dass auch der Erste, der eine neue Technologie einsetzt, mit vernünftigen wirtschaftlichen Ergebnissen rechnen kann. Ich gratuliere der Geothermie Unterschleißheim und ihrem Vorstand Thomas Stockerl für ihre Ausdauer und ihren Unternehmergeist. Die Geothermie-Heizanlage ist seit Jahren das zuverlässige und klimafreundliche Standbein der Wärmeversorgung in der Stadt. Daher freut es mich, dass sich dieser Pionier-Einsatz für eine klimaverträgliche Wärmeversorgung nun auch in der betriebswirtschaftlichen Bilanz niederschlägt.“

GTU-Vorstand Thomas Stockerl hat den Aufsichtsrat unter Vorsitz des Ersten Bürgermeisters Christoph Böck (SPD) über den Gewinn informiert, den die Tiefengeothermie-Tochter der Stadt Unterschleißheim erstmals für das Jahr 2014 für ihre Geschäftstätigkeit ausweist. Dem Gewinn von 73.173 Euro steht die einstige Finanzprognose entgegen, die kurz nach dem Start der Förderung 2003 aufgestellt wurde: Erst im Jahre 2028 waren damals schwarze Zahlen erwartet worden. Knapek: „In Unterschleißheim wird der Beweis angetreten: Heißes Wasser ist bares Geld wert. Und es spart in Unterschleißheim dabei noch gut 8.500 Tonnen Kohlendioxid (CO2) sowie 120 Tanklastzüge voll Heizöl ein.“

2.000 Meter tiefe Thermalquelle angezapft - 33,5 MW Anschlussleistung

Die Tiefengeothermie-Anlage in Unterschleißheim gewinnt die Wärmeenergie aus der fast 2.000 Meter tiefen Thermalquelle im Valentinspark. Das Thermalwasser ist knapp 80 Grad Celsius heiß. Das städtische Unternehmen betreibt mit der Wärmeenergie ein gut 17 Kilometer langes Fernwärmenetz. Daran sind inzwischen über ein Viertel aller Wohnhaushalte angeschlossen (3.700 Wohneinheiten in 233 Gebäuden). Hinzu kommen 14 kommunale Objekte, zahlreiche Gewerbeimmobilien und öffentliche Einrichtungen wie Pfarrzentren oder das Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern „Edith Stein“. Der Anschlusswert aller Wärmekunden liegt nun bei 33,5 Megawatt (MW). Die Stadt Unterschleißheim war die erste, die im Münchener Umland in eine Tiefengeothermie-Anlage zur Wärmeversorgung investiert hat. Inzwischen gibt es alleine in Bayern 20 Anlagen, die Wärme, Kälte oder Strom erzeugen, zum Teil auch parallel. Deutschlandweit sind inzwischen rund 30 Tiefengeothermie-Anlagen in Betrieb. Die meisten befinden sich in kommunaler Hand, teilten WFG und BVG mit.

Quelle: IWR Online

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