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25.11.2015, 10:32 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Bundesratsinitiative zur Stärkung der Bioenergie

Mainz – Der deutschen Bioenergie-Branche geht es derzeit gar nicht gut. Nach dem Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2014 scheint nicht einmal mehr die volle Ausschöpfung des darin festgelegten Ausbaudeckels von 100 Megawatt (MW) pro Jahr in Reichweite. Aus diesem Grund setzen sich nun einige Länder im Bundesrat für die Stärkung der Bioenergie ein.

Zu diesem Zweck bringt Rheinland-Pfalz bringt zusammen mit Bayern und Thüringen eine Bundesratsinitiative für bessere Bedingungen in der Bioenergiebranche auf den Weg. Wie der rheinland-pfälzische Umweltstaatsekretär Thomas Griese ankündigte, fordern die Länder die Bundesregierung dringend auf, bei der 2016 vorgesehenen Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) die Biomasse zu berücksichtigen.

Griese: Ab 2020 droht die Stilllegung vieler Biomasseanlagen
Mit der letzten EEG-Novellierung sei die Entwicklung der Bioenergie in Deutschland völlig ausgebremst worden, so Griese: „Mit Ablauf der Vergütungsperiode droht ab 2020 die Stilllegung vieler Biomasseanlagen. Diesen Verlust dürfen wir schon aus Klimaschutzgründen nicht zulassen. Wir wollen der Bioenergie eine Zukunftsperspektive eröffnen.“

Bioenergiebranche stellt bundesweit rund 90.000 Arbeitsplätze
Derzeit werden in Deutschland aus Biogas und Holz rund 50 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr produziert. „Das entspricht der Produktion von vier Atom- oder sechs Kohlekraftwerken“, erklärte Griese. Allein in Rheinland-Pfalz würden 145 Biogasanlagen und ein Dutzend Holzheizkraftwerke dafür sorgen, dass erneuerbarer Strom auch dann produziert wird, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. 13 Prozent des im Land verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien liefert die Biomasse. Mit dem Verlust der Biomasseanlagen würde eine für die Energiewende notwendige und kostengünstige Speicheroption verloren gehen, betonte Griese. Er wies darauf hin, dass die Bioenergiebranche bundesweit rund 90.000 Arbeitsplätze stelle. Gerade im ländlich geprägten Rheinland-Pfalz sei die Produktion von Bioenergie in der Land- und Forstwirtschaft eine wichtige Einnahmequelle, auf die man nicht verzichten könne.

Ausschreibungen als Chance für Bioenergie – Länder wollen mitgestalten
Ziel der länderübergreifenden Bundesratsinitiative sei es deshalb, die aus Biomasse erzeugte Strommenge auf dem heutigen Niveau zu halten und behutsam insbesondere durch Nutzung von Rest- und Abfallstoffen auszubauen. „Durch eine kluge Novellierung des EEG wollen wir erreichen, dass die Produktion der Bioenergie flexibler, effizienter und umweltverträglicher wird“, erklärte Griese. Als Chance sieht Griese die von der Bundesregierung für die anstehende EEG-Novelle vorgesehene Ausschreibung für die erneuerbaren Energien: Um einen Kostenanstieg für die Verbraucher zu vermeiden, soll die Höhe der Vergütung für Strom aus erneuerbaren Energien künftig im Wettbewerb der Anbieter bestimmt werden. „Wir fordern die Bundesregierung auf, auch für die Biomasse ein Ausschreibungsmodell einzuführen“, erklärte Griese. Die Länder sollten dabei die Konditionen dieser Neuregelung mitgestalten.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2015

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