17.09.2013, 15:18 Uhr

Schwaches Halbjahres-Ergebnis für MT-Energie – Reorganisation geplant

Zeven – Nachdem der Jahresabschluss für 2012 bereits erahnen ließ, dass das Biogas-Unternehmen MT-Energie unter der geringeren Nachfrage nach Biogas zu leiden hat, setzte sich dieser negative Trend in den Halbjahresergebnissen für 2013 fort.

Am Montag veröffentlichte MT Energie die Ergebnisse, die deutlich zeigen, dass sich das Geschäft rückläufig entwickelt. Ursache hierfür ist unter anderem in der Anfang 2012 in Kraft getretenen EEG-Novelle zu finden. Der vorläufige Konzernumsatz der MT-Energie-Gruppe für das abgelaufene Halbjahr liegt bei 16,8 Mio. Euro, im Vorjahreszeitraum konnte noch ein Umsatz von 42,5 Mio. Euro erwirtschaftet werden. Da die operativen Aufwendungen nicht in gleichem Maße reduziert werden konnten, resultiert daraus ein negatives operatives Ergebnis in Höhe von minus 16,1 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum minus 12 Mio. Euro). Darin enthalten sind einmalige Sonderaufwendungen, darunter Risikorückstellungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen.

Bei der Bewertung der Zahlen ist zu berücksichtigen, dass das Projektgeschäft beim Bau von Biogasanlagen stark saisonal geprägt ist und die Umsätze weitestgehend in der zweiten Jahreshälfte und dabei hauptsächlich im vierten Quartal realisiert werden. Dennoch kann aus dem vorläufigen Ergebnis geschlussfolgert werden, dass die vor allem in Deutschland gesunkene Nachfrage nach Biogasanlagen dem Konzern zusetzt.

Aussichten für zweites Halbjahr ebenfalls unterdurchschnittlich

Daher geben die Prognosen für das zweite Halbjahr auch trotz der zu erwartenden saisonalen Belebung des Geschäfts wenig Anlass zu einer Entwarnung. Mit voraussichtlich 126 Mio. Euro wird der Umsatz im Gesamtjahr deutlich niedriger ausfallen als noch im Frühjahr angenommen. MT-Energie rechnet zudem mit einem operativen Ergebnis in Höhe von minus acht bis neun Mio. Euro vor einmaligen Sonderaufwendungen und mit einem Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von minus 13 Mio. Euro. Darin enthalten sind einmalige Aufwendungen in Höhe von voraussichtlich zehn bis elf Mio. Euro. Abhängig von der geschäftlichen Entwicklung im zweiten Halbjahr 2013 kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, dass es im Zusammenhang mit der Mittelstandsanleihe des Unternehmens zum Jahresende zu einem kurzzeitigen Covenant-Bruch kommen könnte. Der Halbjahresabschluss mit definitiven Werten wird am 23. September veröffentlicht.

Einsparpotentiale durch Reorganisation des Konzerns

Um bis 2014 wieder schwarze Zahlen zu schreiben, hat MT-Energie bereits zu Jahresbeginn ein Maßnahmenpaket verabschiedet, welches nun noch deutlich enger geschnürt wird. Damit sollen die Überkapazitäten, die im Zuge des starken Branchenwachstums bis ins Jahr 2012 entstanden sind, angepasst werden.

Die Kostenstruktur soll bereits in den kommenden Monaten durch verschiedene Einsparmaßnahmen verbessert werden. Neben der Reduktion von Overheadkosten über ca. 15 Mio. Euro im Jahr 2014 sollen bereits bis Ende 2013 80 Arbeitsplätze am Hauptstandort Zeven und in den Auslandsniederlassungen abgebaut werden. Nach aktueller Planung wird MT-Energie dann konzernweit noch 500 Mitarbeiter beschäftigen.

Die operative Reorganisation legt den Fokus auf eine Konzentration des Kerngeschäfts in Europa. Eingestellt wird daher die kanadische Niederlassung bis Ende September, das Geschäft in den USA wird auf ein strategisches Minimum reduziert. Stattdessen behält MT-Energie wachsende Märkte wie England, Frankreich, Polen und die baltischen Staaten im Auge, da hier die Bedingungen für den Ausbau der Biogastechnologie aktuell günstig sind. Aktuell umfasst der Auftragsbestand aus dem Ausland einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Dazu sind auch die Aussichten im Servicebereich vielversprechend. Rund 600 bereits fertiggestellte Anlagen gehen sukzessive von der Gewährleistung in den Service über. Weitere Maßnahmen umfassen die Intensivierung des Projektcontrollings im Anlagenbau sowie den Vertrieb technologischer Innovationen an Vertriebspartner.

Personelle Veränderung in der Führungsetage

Die Geschäftsleitung wird zukünftig nur noch aus drei Personen bestehen. Ab Oktober wird Markus Niedermayer den Posten als CEO und Sprecher der Geschäftsleitung übernehmen. Unterstützt wird er von Sören Schleider, der die Position des CFO ab Oktober bekleiden wird. Als COO und drittes Mitglied der zukünftigen Geschäftsleitung wird Dr. Karsten Wünsche für das Projektmanagement sowie die Projektplanung und –abwicklung zuständig sein.

Unternehmensgründer und Hauptgesellschafter Christoph Martens wird sich zukünftig weiterhin der technischen Weiterentwicklung der Produkte widmen, Mitgesellschafter Torben Brunckhorst wird sich operativ auf den internationalen Vertrieb konzentrieren.

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