Greenpeace: Merkel verfehlt Klimaschutzziel
Hamburg - Kurz vor dem Ende der Klimavorverhandlungen in Barcelona bewertet Greenpeace das Engagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel als mangelhaft. Nach verschiedenen Kriterien, beispielsweise die Pläne zur Reduktion der Treibhausgase, wurde das Engagement von 12 Staatschefs analysiert, denen nach Ansicht von Greenpeace eine Schlüsselrolle auf der Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen zukommt. Darunter sind Barack Obama, Gordon Brown und Nicolas Sarkozy. Die Bundeskanzlerin erzielte demnach bei der Bewertung nicht einmal die Hälfte der zu erreichenden Punkte.
Das nationale Ziel Deutschlands, 40 Prozent der Treibhausgasemissionen zu reduzieren, scheine unter den jetzigen Bedingungen nicht realisierbar. Unter anderem die Planung von bis zu 28 weiteren Kohlekraftwerken in Deutschland stehe diesem Ziel entgegen. Zudem habe Merkel in Brüssel ambitionierte Bestrebungen bei den CO2-Grenzwerten im Automobilsektor verhindert. Greenpeace bewertet in der Analyse die Bemühungen der Staatschefs, das Klimaziel des Weltklimarates der Vereinten Nationen zu erreichen.
Greenpeace fordert von den Industriestaaten, ihre Treibhausgase bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Hinzu müsse unter anderem die Abholzung der Urwälder in Brasilien und Indonesien gestoppt werden, da hierdurch Unmengen an dem in Böden und Bäumen gespeicherten CO2 freigesetzt werden. Daneben sei eine jährliche Finanzierung von 110 Milliarden Euro für internationale Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern notwendig.
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