30.11.2010, 17:28 Uhr

Forum Netzintegration mit "Plan N" für zügigen Stromnetzausbau

Berlin - Das "Forum Netzintegration Erneuerbare Energien" hat Handlungsempfehlungen für einen Um- und Ausbau der Stromnetze an die Bundesregierung übergeben. In dem von der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) moderierten und vom Bundesumweltministerium (BMU) finanziell unterstützten Diskussionsforum erarbeiteten Fachleute aus Verbänden, Unternehmen der Stromwirtschaft, regionale Bürgerinitiativen, Fachbehörden, Naturschützer und Wissenschaftler detaillierte Vorschläge zur Integration der Erneuerbaren Energien. Das umfangreiche Papier mit dem Titel "Plan N" wurde von Vertretern des Forums Ministerialbeamten und politischen Entscheidungsträgern aus Parlament und Regierung in Berlin vorgestellt und den Staatssekretären Jürgen Becker (BMU) und Jochen Hohmann (BMWi) übergeben. Ziel der Vorschläge ist es, die Akzeptanz des notwendigen Um- und Ausbaus der Stromnetze zu verbessern und den vielfach beklagten "Flaschenhals der Energiewende" zu öffnen.

Die Bundesregierung müsse nach Ansicht von DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake daraus nun Vorgaben für einen Bundesnetzplan machen, der die Klimaziele bis zum Jahr 2050 im Auge hat und gleichzeitig akzeptabel für die betroffene Bevölkerung sei. Die Regierung müsse sich von Vorstellungen lösen, die das Heil allein in tausenden von Kilometern neuer Freileitungen sehen, die in der Bevölkerung auf massive Widerstände stoßen. Der Bundesnetzplan müsse die Vorfahrt der Ökoenergien garantieren und gleichzeitig Versorgungssicherheit und Stromhandel sicherstellen. Der Plan müsse die dafür notwendigen neuen Technologien und Strukturen forcieren und intelligent zusammenführen. Dazu gebe es in Plan N zahlreiche Vorschläge.

Die Dringlichkeit konkreter Fortschritte ist offensichtlich, denn schon heute stößt das Stromnetz an manchen Tagen an technische Grenzen. Gleichzeitig bewegt sich der Strom-Mix weiter in Richtung Erneuerbare Energien. Ihr Anteil an der Stromversorgung soll sich nach den Vorstellungen der Regierung bis 2020 auf etwa 38 Prozent verdoppeln.

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