31.01.2013, 10:22 Uhr

E.ON kappt 2013er Prognose und legt Gaskraftwerke still

Düsseldorf - Die E.ON SE, Düsseldorf, hat über Eckdaten des Jahresergebnisses 2012 sowie den revidierten Ausblick für 2013 informiert. Dr. Johannes Teyssen, Vorsitzender des Vorstands, und Dr. Marcus Schenck, Finanzvorstand des Konzerns, ziehen darüber hinaus strategische Konsequenzen E.ON aus den Verwerfungen im europäischen Erzeugungsgeschäft. Teyssen kündigte zudem eine noch stärkere Konzentration der Investitionen auf die Wachstumsfelder Dezentrale Energien, Erneuerbare und Märkte außerhalb Europas an.

Ergebnis 2012 liegt im Rahmen der Prognose

E.ON erwartet auf Basis vorläufiger, noch ungeprüfter Zahlen für das Gesamtjahr 2012 ein EBITDA von 10,8 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 9,3 Milliarden Euro. Der Anstieg ist auch auf Einmaleffekte, wie die mit den Produzenten erfolgreich neuverhandelten Gasbezugsverträge sowie den Wegfall der Belastung aus der deutschen Atomgesetznovelle im Berichtszeitraum 2011 zurückzuführen. Das vorläufige Ergebnis liegt somit innerhalb der Prognose von 10,4 bis 11 Milliarden Euro. Der nachhaltige Konzernüberschuss steigt entsprechend gegenüber dem Vorjahr von 2,5 auf voraussichtlich rund 4,3 Milliarden Euro. Der im Vergleich zum EBITDA leicht höhere Anstieg des nachhaltigen Konzernüberschusses ist im Wesentlichen auf gegenüber dem Vorjahr gesunkene Abschreibungen und ein geringeres Zinsergebnis zurückzuführen. Auch hier liegt das Ergebnis voraussichtlich innerhalb des Ausblicks für das Gesamtjahr 2012 von 4,1 bis 4,5 Milliarden Euro. Auf dieser Basis ergibt sich ein nachhaltiges Ergebnis je Aktie von rund 2,2 Euro. E.ON wird daher wie geplant der Hauptversammlung im Mai vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 1,10 Euro zu zahlen.

Ausblick 2013: Gewinn (EBITDA) 9,2 - 9,8 Milliarden Euro

E.ON hatte im November angekündigt, den Ausblick für das Jahr 2013 auf Grund der deutlich verschlechterten Rahmenbedingungen der europäischen Energiewirtschaft zu überarbeiten. E.ON geht jetzt davon aus, dass das EBITDA für das Jahr 2013 zwischen 9,2 bis 9,8 Milliarden Euro liegen wird. Dieses Ergebnis ist bereinigt um die substantiellen Ergebnisbeiträge, die durch die derzeit laufende Abgabe von Beteiligungen entfallen werden. Daneben prägen im Wesentlichen eine Normalisierung der Ertragslage im Gas Midstream-Geschäft sowie die mangelnde Profitabilität des Erzeugungsgeschäfts das Ergebnis. Für den nachhaltigen Konzernüberschuss erwartet E.ON ein Ergebnis zwischen 2,2 und 2,6 Milliarden Euro. Neben den beschriebenen EBITDA-Effekten wirken sich eine Normalisierung des Zinsergebnisses und eine voraussichtlich steigende Steuerquote aus.

Gaskraftwerke nicht mehr wirtschaftlich – Stilllegungen angekündigt

E.ON erläuterte zudem, dass der Konzern aufgrund der Verwerfungen im europäischen Energiegeschäft seine Strategie präzisiert und in Teilen neu justiert hat. Insbesondere Gaskraftwerke in Europa, die bereits von der rezessionsbedingt sinkenden Stromnachfrage getroffen waren, sind derzeit durch den ungesteuerten Zuwachs erneuerbarer Energien und den daraus folgenden Niedergang des europäischen Emissionshandels überwiegend nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Die Vorhaltung von Kapazität zur Sicherung der Versorgung muss daher angemessen kompensiert werden. E.ON wird seine konventionelle Erzeugung so restrukturieren, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Kraftwerksflotte zügig verbessert wird. Neben weiteren Kostensenkungen und Effizienzverbesserungen überprüft E.ON in diesem Zusammenhang auch die Stilllegung von Kraftwerken in Europa. Zudem kündigte E.ON eine noch striktere Konzentration der während der Transformationsphase insgesamt sinkenden Investitionen auf Wachstumsfelder an. Hierzu zählen insbesondere der kräftige Ausbau des dezentralen Geschäfts, die Erneuerbaren Energien sowie die Märkte außerhalb Europas wie Russland und die Türkei. Teyssen machte deutlich, dass er die Transformation des Konzerns noch entschlossener und schneller vorantreiben und den Anteil der Wachstumsgeschäfte am Konzernergebnis zügig steigern will.

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