22.05.2013, 16:58 Uhr

Iberdrola, RWE, E.ON & Co. erhöhen Druck auf EU-Ratssitzung zu Energiethemen

Düsseldorf / Essen etc. - Die Vorstandsvorsitzenden von acht europäischen Energieunternehmen wie Iberdrola, RWE, E.ON, ENI oder Enel haben die EU-Staats- und Regierungschefs gemeinsam darauf aufmerksam gemacht, dass die kritische Lage des Energiesektors dringend entschärft werden muss. Vor der Sitzung des Europäischen Rats zu den Themen Energie und Steuergerechtigkeit haben die acht Energieunternehmen eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der sie den Ernst der derzeitigen Herausforderungen in der Branche unterstreichen und geeignete politische Maßnahmen vorschlagen. Fakt sei, dass fehlende langfristige Perspektiven und regulatorische Unsicherheit unweigerlich zu ausbleibenden Investitionen im Energiesektor führen werden, was sich negativ auf Versorgungssicherheit, Beschäftigung und Wiederbelebung der europäischen Wirtschaft auswirken werde. Dieser Status quo sei einfach nicht hinnehmbar, geben die Energiebosse zu Protokoll.

Aktuell Situation im Energiesektor ist "Verkettung unglücklicher Umstände"

Die Unterzeichner bekennen sich nach wie vor zu den Anstrengungen der EU, eine Energiepolitik umzusetzen, die sich an den Grundsätzen Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und nachhaltige Entwicklung orientiert. Ebenso halten sie uneingeschränkt an der Liberalisierung der Energiemärkte fest. Alle diese Elemente seien Voraussetzung für eine wettbewerbsfähige und bezahlbare Energieversorgung für die Industrie und die Bürger. Jede der Gesellschaften habe jedoch in den vergangenen Jahren erfahren müssen, dass die Energiepolitik der EU und einiger Mitgliedsstaaten nicht in vollem Umfang den erwarteten Fortschritt gebracht hat. Die aktuellen Entwicklungen werden als "Verkettung unglücklicher Umstände" bezeichnet, die sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Umstellung auf eine CO2-arme Wirtschaft gefährdeten und die Fähigkeit, neue Investitionen anzuziehen, untergrabe.

Förderung erneuerbarer Energien soll mehr Konvergenz schaffen

Für eine Wiederbelebung des EU-Ansatzes, der wettbewerbsfähige Energiepreise und Versorgungssicherheit gewährleistet, sei entscheidend, dass dieser überarbeitete EU-Ansatz auch weiterhin den Kampf gegen den Klimawandel unterstützt. Im Detail fordern die acht Energiekonzerne eine verbesserte Marktausgestaltung, einschließlich eines auf europäischer Ebene koordinierten Ansatzes für Kapazitätsmechanismen, die gewährleisten, dass alle zur Versorgungssicherheit der europäischen Kunden beitragenden Anlagen gerecht entlohnt werden. In Bezug auf den europäischen CO2-Markt werden ehrgeizige, aber realistische und belastbare Ziele für Treibhausgasimmissionen für die Zeit nach 2020 postuliert. In Punkto Förderung von erneuerbaren Energien soll ein nachhaltigerer Ansatz gewählt werden, um so die Kosten für die Bürger zu senken und eine stärkere Konvergenz zwischen Mitgliedstaaten zu ermöglichen. Als vierten und letzten Punkt wünschen sich die Konzernchefs eine Stärkung des politischen Handlungsrahmens, um Investitionen in vielversprechende Techniken wie Energiespeicherung, neue Entwicklungen bei erneuerbaren Energien, Schiefergas, CO2-Abtrennung und Speicherung sowie intelligente Netze und Zähler anzustoßen.

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