06.07.2015, 08:05 Uhr

Repowerter Windpark Klettwitz kehrt zurück unter die deutschen Top Ten

Klettwitz - Der Windpark Klettwitz wurde im Auftrag der Ventotec GmbH aus Leer erweitert. Dadurch zählt diese Windfarm wieder zu den zehn leistungsfähigsten Windparks in ganz Deutschland. Das Besondere am Projekt Klettwitz ist, dass er auf ehemaligem Tagebau für Braunkohle errichtet wurde.

Die Nennleistung des Windparks wurde von 62 auf 93 Megawatt (MW) erhöht. Verantwortlich für Planung und Bau war die Gicon-Firmengruppe, ein Zusammenschluss unabhängiger Engineering- und Consultingunternehmen mit Hauptsitz in Dresden.

Windpark-Repowering: Anlagenzahl verringern, Leistung erhöhen

Die Erweiterung des Windparks Klettwitz im Süden von Brandenburg wurde Mitte Juni nach zwölf Monaten Bauzeit fertiggestellt. Dabei wurde die Leistung von 62 auf 93 MW erhöht, indem alte Windenergieanlagen (WEA) durch neue ersetzt wurden. Genauer gesagt wurden 36 WEA des Typs Vestas V66 durch 27 moderne Vestas V112 ausgetauscht. Gleichzeitig wurde die Fläche des Windparks erweitert und der Abstand der Anlagen zu Siedlungsgebieten auf einen Kilometer erhöht, um Geräuschemissionen trotz größerer Leistung zu reduzieren. Der Ausbau bringt den Windpark auch wieder in die Liste der zehn leistungsstärksten Windparks Deutschlands, die er im Jahr 2000 nach seiner Einweihung angeführt hatte und damals sogar der größte Windpark Europas war. Zu den größten Windparks in Deutschland zählen derzeit der Windpark Reußenköge (Schleswig-Holstein, ca. 140 MW), der Windpark RH2-Werder/Kessin/Altentreptow (Mecklenburg-Vorpommern, ca. 140 MW) und das Windfeld Wangenheim-Hochheim-Ballstädt-Westhausen (Thüringen, ca. 126 MW).

Erneuerbare Energien auf ehemaligem Braunkohletagebau

Eine besondere Herausforderung bei der Erweiterung des Windparks waren die lockeren Kippenböden des ehemaligen Braunkohletagebaus in der Region. Übernommen und gelöst wurde dieses Problem zusammen mit der Planung, dem Genehmigungsverfahren und dem kompletten Bau von der GICON. Dabei kamen die sogenannte Rückeldruckverdichtung des Bodens und speziell entwickelte kombinierte Pfahl-Platten-Gründungen (KPP) zum Einsatz.

Der Bau auf dem Gelände von ehemaligem Tagebau ist allerdings nicht nur anspruchsvoll, sondern auch ein ausgezeichnetes Vorzeigeprojekt für die Energiewende. „In Klettwitz wird Erneuerbare Energie nun dort erzeugt, wo früher klimaschädliche Kohle gefördert wurde. Mehr Energiewende geht nicht“, so Ralf Heinen, Geschäftsführer von Ventotec.

Zusätzliche Erweiterung bereits geplant

Obwohl grade erst die Erweiterung des Windparks fertiggestellt wurde, ist schon ein weiterer Ausbau in Planung. Die Gemeinde Schipkau hat bereits dem Bauantrag für die ersten fünf Anlagen der erneuten Erweiterung zugestimmt, sodass 2016 der Bau beginnen soll. Bei der Planung und Realisierung wird auch die Gicon wieder zentral eingebunden sein.

Quelle: IWR Online

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