22.07.2016, 16:21 Uhr

EU-Klimaschutzziele sind mit 30-35 Prozent EE-Anteil zu erreichen

Freiburg / Athen – Um die Klimaschutzziele der EU zu erreichen setzen die Mitgliedsstaaten auf einen deutlichen Ausbau der erneuerbaren Energien. Dass die Mitgliedsstaaten dabei auch von einer Kopplung der Energiesysteme profitieren können, zeigt eine aktuelle Untersuchung deutscher und griechischer Forschungseinrichtungen.
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und das E3MLab der technischen Universität Athen haben die europäischen Klimaschutzziele auf der Grundlage einer Energiesystemanalyse im Projekt „RES-DEGREE“ untersucht. Im Fokus standen Griechenland und Deutschland und die Auswirkungen auf den EE-Anteil und den Netzausbau. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom griechischen General Secretariat for Research and Technology unterstützt.
Kopplung der Energiesysteme bringt Synergieeffekte
Ziel des Projektes „RES-DEGREE“ ist es, Wege zur Erreichung der europäischen Klimaschutzziele aufzuzeigen. Die Forscher haben analysiert, wie durch die verstärkte Kopplung nationaler und regionaler Stromnetze Synergien in Bezug auf einen kostengünstigen Umbau der Stromsysteme erschlossen und maximiert werden können. Insbesondere Standortfaktoren wie Einstrahlungsbedingungen und nationale Kostenfaktoren, aber auch Möglichkeiten für den Stromaustausch zwischen den Ländern spielten eine Rolle bei der Analyse.
Um hochaufgelöste Potenziale erneuerbarer Energien in einem Energiesystemmodell für den Stromsektor Europa zu berücksichtigen, wurden detaillierte Erzeugungs-, Potenzial- und Kraftwerksdaten in das am Fraunhofer ISE entwickelte Ausbauoptimierungsmodell ENTIGRIS für den deutschen und europäischen Stromsektor integriert.
Standortvorteile könnten sich verschieben
Nach den Analyseergebnissen wird ein EE-Anteil von 30 bis 35 Prozent zur Erreichung der Klimaschutzziele in 2030 notwendig sein. Dabei zeigte sich unter Kostenaspekten, dass es günstiger sein kann, Wind- und PV-Anlagen an wind- und strahlungsärmeren Standorten zu errichten, da an Standorten mit guten Wind- und Strahlungsverhältnissen die höheren Netzausbaukosten den Mehrertrag kompensieren.
Verstärkter Ausbau des Stromnetzes erforderlich
Die Modellierungsergebnisse am griechischen E3MLab mit dem PRIMES-Modell und Ergebnisse mit ENTIGRIS sehen einen verstärkten Netzausbau und Stromfluss sowohl für Länder in Südeuropa als auch in Mitteleuropa als positiv an. Damit wäre es möglich, Solarstrom nach Norden aber auch Windstrom in den Süden zu transportieren. Zwar lassen sich nach den Berechnungen die Netzausbaukosten optimieren. Gleichwohl ist im europäischen Verbund und damit auch im deutschen Stromnetz trotzdem ein Ausbau erforderlich, der über den Bedarf des Netzentwicklungsplans hinausgeht. Davon sind insbesondere die Verbindungen zwischen Deutschland und den Nachbarländern betroffen.
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