12.03.2018, 11:35 Uhr

Energieversorger Mark-E schaltet Steinkohle-Kraftwerk ab

Münster - Auf dem Energiemarkt werden Steinkohle-Kraftwerke zunehmend unwirtschaftlich und aus dem Markt gedrängt. Jetzt steigt die Enervie Gruppe (Hagen) aus der Kohleverstromung aus.

Die Enervie – Südwestfalen Energie und Wasser AG ist ein regionaler Energieverbund mit Sitz im nordrhein-westfälischen Hagen. Das Tochterunternehmen Mark-E stellt von Steinkohle auf Klärschlamm-Verbrennung und Batteriespeicher um.

Steinkohle-Block E4 im Kraftwerk Werdohl-Elverlingsen wird abgeschaltet

Mit Wirkung zum 31. März 2018 legt die Enervie AG ihren steinkohlebefeuerten Block E4 (310 Megawatt) im Kraftwerk Werdohl-Elverlingsen still. Aus technischer Sicht wären jetzt für einen Weiterbetrieb zusätzliche Investitionen von ca. 20 Mio. Euro erforderlich gewesen. Offenbar zu viel für das vom Enervie Tochterunternehmen Mark-E betriebene Kraftwerk. „Wesentlicher Grund ist die fehlende wirtschaftliche Perspektive der Anlage vor dem Hintergrund der Veränderungen der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, so Erik Höhne, Technischer Vorstand und Vorstandssprecher ENERVIE. Bereits zum 30. April 2014 hatte Enervie in Elverlingsen bereits den Steinkohleblock E3 mit einer Leistung von 186 Megawatt (MW) stillgelegt.

Fossile Stromerzeugung basiert bei Mark-E nur noch auf Gas

Nach der der Stilllegung der Steinkohle-Verstromung basiert die fossile Energieerzeugung bei Mark-E nunmehr ausschließlich auf Gas: In Herdecke betreibt Mark-E mit der norwegischen Statkraft seit 2007 ein modernes und hocheffizientes Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk. Das Pumpspeicherkraftwerk in Finnentrop-Rönkhausen ist ein weiteres Standbein der zukünftigen Energieerzeugung bei Mark-E. Zudem setzt das Unternehmen verstärkt auf regenerative Energieerzeugung aus Sonne, Wind (Windkraftanlage Versetal), Wasser (Laufwasser-Kraftwerke an den Lenne) und Biomasse (Biomasseverstromungsanlage Hagen-Kabel).

Zukunftsperspektiven Standort Werdohl-Elverlingsen

Mit der Stilllegung des Blocks E4 ist jedoch die Nutzung des Mark-E Standortes Werdohl-Elverlingsen nicht beendet. Die E-Mark und der Ruhrverband betreiben seit 2002 eine Wirbelschichtfeuerungsanlage in Elverlingsen (WFAE), die seit Anfang 2018 im „stand-alone-Betrieb“ – d.h. losgelöst von der bisherigen Dampflieferung an den Steinkohleblock E4 – wieder in Betrieb gegangen ist. Mark-E stellt an dem Standort zudem die Infrastruktur für den Bau und Betrieb eines stationären Batteriespeichers mit einer installierten Kapazität von insgesamt über 17 Megawatt zur Verfügung. In Kooperation mit den Unternehmen Daimler und The Mobility House (TMH) werden Batterien von E-Mobilen genutzt, um Primärregelleistung zu vermarkten.

Quelle: IWR Online

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