09.05.2018, 16:19 Uhr

Eon baut Konzern kräftig um

Essen - Der Umbau des Energieversorgers Eon schreitet rasant voran. Aus der Stromerzeugung will sich das Unternehmen ganz verabschieden und sich stärker fokussieren. Das hinterlässt deutliche Spuren. I

Die Umbaudynamik beim Essener Energieversorger Eon nimmt weiter an Fahrt auf. Verkäufe und Käufe von Unternehmensbereichen und -anteilen sorgen aber auch für Unruhe in der Belegschaft.

Starkes erstes Quartal 2018 und stabiler Ausblick

Das bereinigte EBIT für Q1 stieg um 24 Prozent von 1,0 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,3 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss übertraf mit 727 Millionen Euro den schwachen Vorjahreswert von 525 Millionen Euro um 38 Prozent, teilte Eon mit. Für das Geschäftsjahr 2018 wird weiterhin ein bereinigtes Konzern-EBIT im Bereich von 2,8 bis 3,0 Milliarden Euro erwartet. Beim bereinigten Konzernüberschuss rechnet E.ON für das Jahr 2018 unverändert mit 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro.

Abgabe von Uniper - Übernahme von Innogy - Fokussierung auf Netze und Energie-Kundenlösungen

Die positive Entscheidung der russischen Regierungskommission für ausländische Investitionen vom 28. April 2018 hat eine weitere Voraussetzung dafür geschaffen, dass die finnische Fortum wie vereinbart den 46,65-prozentigen Eon-Anteil an der Kraftwerkstochter Uniper erwerben kann. Eon ist zuversichtlich, dass die noch ausstehenden Genehmigungen durch die EU-Kommission und die russische Kartellbehörde in den nächsten Monaten ebenfalls erteilt werden, so dass die Uniper-Transaktion wie geplant abgeschlossen werden kann.

Auch bei der Übernahme von Innogy durch Eon ist der nächste Schritt vollzogen. Im März 2018 hatte Eon die Vereinbarung mit RWE zum Tausch von Geschäften geschlossen, am 27. April 2018 hat Eon das Angebot für die Übernahme der Aktien von Innogy veröffentlicht. Eon will vor allem die Netzaktivitäten von Innogy übernehmen, während bei RWE das Ökostrom-Erzeugungsgeschäft verbleibt. Der Eon-Umbau geht aber auch mit einer zunehmenden Unruhe in der Belegschaft einher. Es geht vor allem um Jobgarantien für die Mitarbeiter des von der Zerschlagung bedrohten Energieversorgers Innogy.

Eon-Verschuldung soll weiter sinken

Die wirtschaftliche Nettoverschuldung ist gegenüber dem 31.12.2017 durch den saisonal geringeren operativen Cashflow zwar leicht gestiegen, wird aber bis zum Jahresende 2018 durch den geplanten Verkauf des Uniper-Anteils und den geplanten Transfer der Beteiligung an Nordstream 1 in das Pensions-CTA von jetzt 19,7 Milliarden Euro signifikant sinken.

Quelle: IWR Online

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