22.06.2018, 11:44 Uhr

Tennet leitet weitere Bauphase für Netzausbau ein

Stromleitung
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Bayreuth - Der Netzausbau in Niedersachsen gewinnt weiter an Dynamik. Jetzt kann der Übertragungsnetzbetreiber Tennet den Bau einer weiteren Höchstspannungsleitung in Niedersachsen starten, teilweise werden Erdkabel verlegt.

Die norddeutschen Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind vom Netzausbau im Rahmen der Energiewende besonders betroffen. Der Netzbetreiber Tennet kann jetzt mit dem Bau der vierten Höchstspannungsleitung innerhalb eines halben Jahres beginnen.

Transport von Windstrom in das südlichere Niedersachsen

Nach Fertigstellung der neuen Höchstspannungsleitung wird die elektrische Energie über das neu zu bauende Umspannwerk Fedderwarden (Wilhelmshaven) zum Umspannwerk Conneforde (südwestlich von Varel) im Landkreis Ammerland transportiert. „Der Beschluss ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für die zukünftige Versorgungssicherheit in Niedersachsen“, sagte Tennet-Geschäftsführer Lex Hartman. „Gleichzeitig gewährleistet die Leitung den Anschluss von Strom aus den windreichen Küstenregionen Niedersachsens sowie dessen Abtransport in Richtung der verbrauchsstarken Räume im Süden des Landes.“

Baustart für Herbst 2018 geplant

Die Genehmigungsbehörde hatte im Juli 2016 das Planfeststellungsverfahren für die neue Stromleitung eröffnet. Eine Bürgerbeteiligung mit Informationsveranstaltungen und Anwohnergesprächen entlang der Trasse sorgte für Transparenz. Der Planfeststellungsbeschluss für die Kraftwerksanschlussleitung zwischen Wilhelmshaven und dem zukünftigen Umspannwerk Fedderwarden wird für das dritte Quartal 2018 erwartet. Der Baustart der 30 Kilometer von Wilhelmshaven nach Conneforde ist für den Herbst 2018 geplant. Voraussichtlich Ende Juni/Anfang Juli 2018 werden für den späteren Baustart im Bereich Bockhorn Provisorien errichtet.

Über die 30 km Stromleitung zwischen Fedderwarden und Conneforde

Die 380-kV-Leitung ist eines der deutschen Pilotprojekte für die Teilerdverkabelung im Drehstrombereich und ist im Bundesbedarfsplan ausgewiesen. Zwischen den Umspannwerken Fedderwarden und Conneforde umfasst die rund 30 Kilometer lange Trasse zwei Erdkabelbereiche. Diese verlaufen zwischen den Kabelübergangsanlagen Sanderrahm und Vorwerk in Sande sowie zwischen Bockhorn und Osterforde. Zusammen sind sie 5,3 Kilometer lang. Der größte Teil der Trasse besteht aus rund 25 Kilometer Freileitung.

Quelle: IWR Online

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