06.02.2026, 14:26 Uhr

Thyssenkrupp Steel sichert über PPAs 230 GWh Grünstrom und treibt Dekarbonisierung der Stahlproduktion voran


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Duisburg - Thyssenkrupp Steel verstärkt seine Energie- und Transformationsstrategie: Mit vier neuen Power Purchase Agreements (PPAs) über ein Volumen von rund 230 GWh sichert sich der Stahlhersteller Grünstrom aus Wind- und Solaranlagen in Deutschland. Die Verträge unterstützen die schrittweise Dekarbonisierung der Stahlproduktion.

Die neu vereinbarten PPAs mit Quadra Energy, Statkraft, Centrica Energy und Sunnic Lighthouse liefern erneuerbaren Strom für mehrere Tochtergesellschaften. Ziel von Thyssenkupp Steel ist es, CO2-Emissionen deutlich zu senken, und zugleich den steigenden Strombedarf im Zuge der grünen Transformation abzusichern.

Grünstrom-PPAs als Baustein der Dekarbonisierungsstrategie

Thyssenkrupp Steel hat vier Grünstromlieferverträge mit einem Gesamtvolumen von rund 230 GWh (230 Mio. kWh) abgeschlossen. Im Rahmen der Power Purchase Agreements bezieht der Stahlkonzern Strom aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen, die regional verteilt in Deutschland erneuerbaren Strom erzeugen. Abnehmer sind die Tochtergesellschaften Thyssenkrupp Rasselstein, Thyssenkrupp Precision Steel und Thyssenkrupp Electrical Steel.

Nach Angaben des Unternehmens entspricht das Vertragsvolumen dem Strombedarf von etwa 70.000 Haushalten. Die Lieferungen stammen aus jungen PV-Anlagen sowie aus Post-EEG-Onshore-Windparks. Dadurch sollen jährlich mehr als 70.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden. Gleichzeitig wird der wirtschaftliche Weiterbetrieb von Windparks ermöglicht, die keine EEG-Vergütung mehr erhalten.

CFO Philipp Conze ordnet die Vereinbarungen strategisch ein: „Mit dem Abschluss der neuen Grünstromlieferverträge schreiten wir bei unserer Transformation hin zu einer CO2-ärmeren Produktion voran. Strom-PPAs sind dabei ein unverzichtbarer Baustein unserer Dekarbonisierungsstrategie.“

Die neuen Verträge ergänzen bestehende Maßnahmen zur Energieeffizienz und zur schrittweisen Umstellung der Stahlproduktion. Für Thyssenkrupp Steel ist der gesicherte Zugang zu erneuerbaren Energien zentral, da der Strombedarf im Zuge der Transformation weiter steigen wird.

Versorgung der Standorte und steigender Strombedarf

Seit Jahresbeginn werden vor allem die Thyssenkrupp Steel-Tochtergesellschaften Thyssenkrupp Rasselstein und Thyssenkrupp Electrical Steel mit dem Grünstrom versorgt. Darüber hinaus bezieht die Thyssenkrupp Steel-Tochter in Hohenlimburg bereits seit Sommer 2024 Grünstrom aus einem benachbarten Windpark in Hagen-Hohenlimburg. Dabei handelt es sich bundesweit um das erste Projekt der Direktbelieferung eines deutschen Industrieunternehmens aus einem Windpark. Durch ein drei Kilometer langes Kabel wird der im Windpark produzierte Grünstrom direkt in das Werksnetz von Thyssenkrupp Hohenlimburg eingespeist.

Alle drei TkS-Tochtergesellschaften beziehen damit ab sofort mindestens 30 Prozent Grünstrom. Für den Verpackungsstahlhersteller Thyssenkrupp Rasselstein hat dies besondere Bedeutung. CEO Clarissa Odewald erklärt: „Nachhaltigkeit spielt für Thyssenkrupp Rasselstein und unsere Kunden eine große Rolle. Durch die neuen Grünstromlieferverträge können wir in Andernach, dem weltweit größten Produktionsstandort für Verpackungsstahl, jetzt bereits über 50.000 t CO2-Emissionen im Jahr einsparen.“

Auch aus Sicht des Energiemanagements sind die PPAs ein Zwischenschritt. Dennis Becher, Head of Energy Management bei Thyssenkrupp Steel, verweist auf den wachsenden Bedarf: „Mit den vier neuen Power Purchase Agreements (PPA) bauen wir unser Grünstromportfolio weiter aus. Im Zuge der grünen Transformation wird der Stromverbrauch von Thyssenkrupp Steel Europe in den nächsten Jahren signifikant steigen - und damit auch der Bedarf an weiteren Grünstromlieferverträgen.“

Dekarbonisierung der Stahlproduktion erhöht Strombedarf

Langfristig setzt Thyssenkrupp Steel auf den Bau einer wasserstofffähigen Direktreduktionsanlage als Kern der Dekarbonisierung. Diese klimafreundlichen Technologien gehen mit einem deutlich steigenden Bedarf an Strom und erneuerbaren Energien einher. Der Ausbau der Energieeffizienz und der Bezug von Grünstrom über PPAs sind daher zentrale Hebel, um CO2-Emissionen bereits heute zu senken und die industrielle Transformation voranzutreiben.

Quelle: IWR Online

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