17.08.2018, 13:59 Uhr

Lohnt der Weiterbetrieb von Windparks nach 2020?

Berlin - Zum Ende des Jahres 2020 läuft für Windkraftanlagen mit mehreren tausend Megawatt Leistung die feste EEG-Vergütung aus. Der Weiterbetrieb hängt dann von den Erlösen an der Strombörse ab.

Die Börsen-Strompreise haben nach dem Ende der EEG-Vergütung einen zentralen Einfluss auf die Möglichkeiten, Windkraftanlagen weiter zu betreiben. Darauf weist die Berliner Unternehmensberatung Enervis energy advisors GmbH hin.

Strompreise in der Zukunft werden schon heute gehandelt

An der Strombörse werden die Strompreise für die Zukunft schon heute gehandelt. So ist der Börsenpreis von Strom-Futures für das Jahr 2021 in den letzten sechs Monaten um rund 30% gestiegen und kletterte Mitte August 2018 auf einen neuen Rekordwert von über 42 €/MWh (4,2 Cent/kWh), teilte Enervis mit. Zum Vergleich: Für den Jahres-Stromfuture (Baseload) des Jahres 2019 liegt der Börsen-Strompreis aktuell (17.08.2018) bei 4,67 Cent/kWh, für das Jahr 2020 werden derzeit 4,4 Cent/kWh aufgerufen.

Ab 2021 fallen jährlich Windkraftanlagen mit mehreren tausend Megawatt Leistung aus der EEG-Vergütung

Viele Windparkbetreiber, deren Windkraftanlagen ab 2021 aus der EEG-Vergütung herausfallen, haben die Future-Strompreise für das Jahr 2021 fest im Blick. Ob sich der Weiterbetrieb lohnt oder nicht, ist nicht nur eine betriebswirtschaftliche Fragestellung. Enervis-Geschäftsführer Eckhard Kuhnhenne-Krausmann: „Die zwei Kernfragen für den Weiterbetrieb lauten: Lohnt es sich wirtschaftlich? Und geht es technisch? Der Strommarkt stellt hierfür die zentrale Erlösgröße dar, die erste Frage muss also energiewirtschaftlich beantwortet werden – am besten unter Beachtung der Projektspezifika. Aber auch technisch und genehmigungsrechtlich ist der Weiterbetrieb vieler Windparks ab 2021 nicht selbstverständlich."

Wandel im Betrieb von Windkraftanlagen nach 2021

Das Potenzial für den Weiterbetrieb von Windparks in Deutschland ist groß, hat Enervis ermittelt. Zum Jahr 2021 fallen Windparks mit rund 4.500 MW aus der gesetzlichen EEG-Vergütung, danach sind es weiterhin rund 2.500 MW pro Jahr. In den Jahren bis 2025 summiert sich die Leistung von Windenergieanlagen, für die eine Weiterbetriebsentscheidung ansteht, nach enervis-Berechnungen auf rund 15.000 MW – knapp ein Drittel der installierten Gesamtleistung. Der Weiterbetrieb von Windprojekten wird somit aktuell attraktiver, erforderte aber vorab eine umfassende technische und wirtschaftliche Bewertung.

Quelle: IWR Online

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