27.09.2018, 17:04 Uhr

SMA Solar-Aktie bricht nach Gewinnwarnung ein

Niestetal - Der Vorstand der SMA Solar Technology AG passt seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr 2018 an. Die Aktie bricht daraufhin auf Xetra um über 20 Prozent ein.

Ein deutlich beschleunigter Preisverfall und Projektverschiebungen infolge des Markteinbruchs in China schlagen sich in der Bilanz für 2018 nieder. Der Vorstand will auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren und die Strukturen des Unternehmens anpassen.

Projektverschiebungen wegen Erwartung noch niedrigerer Preise

Der SMA Vorstand hat die Umsatz- und Ergebnisprognose angepasst und rechnet für 2018 mit einem Umsatz zwischen 800 Mio. Euro und 850 Mio. Euro (vormals: 900 Mio. Euro bis 1 000 Mio. Euro). Beim Gewinn geht der SMA-Vorstand für 2018 von einem ausgeglichenen bis leicht negativen EBITDA (nach Sondereffekten aus Restrukturierung) aus (vormals: EBITDA von 90 Mio. Euro bis 110 Mio. Euro). "Die massive und unerwartete Kürzung der PV-Ausbauziele durch die chinesische Regierung hat zu enormen Überkapazitäten in der Modul- und Wechselrichter-Produktion in China geführt. In der Folge drängen die chinesischen Hersteller verstärkt auf die internationalen Märkte“, sagt SMA Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon. „Dies hat den ohnehin schon starken Preisverfall in allen Märkten und Segmenten noch einmal deutlich verschärft. Wir beobachten in den letzten Wochen, dass Projektentwickler und Investoren die Umsetzung von PV-Projekten in Erwartung noch günstigerer Preise vermehrt ins kommende Jahr verschieben. Vor diesem Hintergrund verzeichnet SMA aktuell einen unter den Erwartungen liegenden Auftragseingang.“ Für 2019 rechnet der SMA Vorstand mit einem wachsenden Umsatz und einem positiven EBITDA.

SMA Solar reagiert auf veränderten Solarmarkt

Um SMA unter den veränderten Rahmenbedingungen schnell wieder in die Profitabilität zurückzuführen, hat der Vorstand beschlossen, die Strukturen des Unternehmens anzupassen. Durch die in Kürze und 2019 eingeführten Produktinnovationen will SMA dem zunehmenden Preisdruck im Komponentengeschäft begegnen. Vor allem die Ausrichtung auf den Bereich des Energiemanagements sowie der Integration von Batteriespeichern soll dazu beitragen, langfristig in das margenstärkere System- und Dienstleistungsgeschäft vorzudringen. Mittelfristig sollen Strukturanpassungen erfolgen.

Aktie bricht kräftig ein - Leerverkäufer jubeln

Die ohnehin gebeutelte SMA Solar-Aktie gerät heute unter hohen Verkaufsdruck und notiert aktuell nur noch bei rd. 22 Euro. Das ist ein Einbruch gegenüber gestern um 22 Prozent und ein Rückgang seit dem Hoch von Anfang Mai 2018 (63 Euro) um 65 Prozent. Profitieren können die Shortseller Millennium International Management LP (0,50%) Columbus Circle Investors (0,50%), die auf fallende Kurse gesetzt haben und rd. 1 Prozent der Nett-Leerverkaufspositionen in SMA Solar Aktien halten.

Quelle: IWR Online

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